Am kommenden Sonntag schaut Deutschland gespannt nach Sachsen-Anhalt. Dort wird der neue Landtag gewählt und die Konstellation ist diesmal eine wirklich besondere. Laut den aktuellen Umfragen sind viele Regierungsbildungen möglich. Theoretisch könnte es sogar die AfD schaffen stärkste Kraft zu werden, einige Umfragen bestätigten ihr das bereits. Aktuell ist die CDU die stärkste Kraft in den Umfragen, die Unterschiede aber nur wenige Prozentpunkte. Das Verhalten der Altparteien wird interessant sein zu beobachten, sollte die AfD stärkste Kraft werden, stellt doch traditionell die Partei den Ministerpräsident die die meisten Stimmen erhalten hat.

2016 erreichte die AfD Sachsen-Anhalt unter André Poggenburg 24,3 Prozent der Stimmen und das aus dem Nichts. Poggenburg ist mittlerweile kein AfD Mitglied mehr, seine selbst gegründete Splitterpartei “Aufbruch deutscher Patrioten – Mitteldeutschland” hat er mittlerweile selbst schon wieder verlassen – die Aktivitäten der Partei ruhen. Sein Nachfolger und damit der Listenplatz 1 ist Oliver Kirchner. Kirchner ist Mitunterzeichner der sogenannten “Erfurter Resolution” und wird innerparteilich eher den Mitgliedern des so genannten “Flügels” rund um Björn Höcke zugerechnet, diese vertreten eher patriotische Positionen als die liberalen Mitglieder und haben vor allem in den neuen Bundesländern Zulauf und Unterstützer.

Auf Listenplatz 2 steht Ulrich Siegmund, 30 Jahre alt und Nachwuchshoffnung der Partei. Dieser wird gefolgt von Hans-Thomas Tillschneider auf Platz 3, ihm sagt man eine Nähe zur “Identitären Bewegung”, Götz Kubitschek und dem Magazin “Compact” nach.

Selten war es vor einer Wahl so unklar in welche Richtung es gehen würde wie bei dieser. Für die AfD könnte es eine Initialzündung sein für die bevorstehenden Bundestagswahlen, für die etablierten Parteien schon bereits eine Generalprobe welche Bündnisse auf Landesebene eingegangen werden um diese vielleicht auch im September im Bund einzugehen.

Folgende Bündnisse sind aktuell denkbar und rechnerisch möglich:

Kenia-Koalition ( CDU, SPD und Grüne )

Deutschland-Koalition ( CDU, SPD und FDP )

Jamaika-Koalition ( CDU, FDP und Grüne )

Simbabwe-Koalition ( CDU, SPD, Grüne und FDP )

CDU + Linke

CDU+AfD oder AfD+CDU ( je nach Wahlausgang )

Fest steht bei diesen vielen möglichen Koalitionen nur, dass die Parteiprogramme jetzt schon wieder nicht das Papier wert sind auf dem sie gedruckt wurden. Kompromisse, Aufweichungen und Verwässerungen von politischen Programmen sind bei demokratischen Koalitionsbildungsprozessen an der Tagesordnung. Diesem Umstand ist es auch geschuldet, dass die Parteien von heute, bis auf wenige Ausnahmen, alle kein wirkliches Profil mehr aufweisen und sich alles in allem sehr ähnlich sind.

Am Wahltag wird es auf unserem Kanal hier und bei Twitter eine Live Berichterstattung geben und es werden ständig die neuesten Zahlen hochgeladen werden.

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