Die CDU triumphiert bei den Wahlen in Schleswig-Holstein mit einem historisch hohen Sieg. Zusätzlich können die Grünen an Wählerstimmen zulegen. Die SPD stürzt ab. Die FDP verliert knapp fünf Prozent. DIE LINKE und die AfD scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde.

Fünf Jahre lang herrschte in Schleswig-Holstein die so genannte Jamaika Koalition aus CDU, Grünen und FDP. Nach dem historisch hohen Sieg von Daniel Günthers CDU, kann der Ministerpräsident nun sogar auf einen der beiden Koalitionspartner verzichten. Mit 43,4 Prozent der Stimmen und damit 34 von 69 Parlamentssitzen verpasst die Union nur knapp die absolute Mehrheit im nördlichsten Bundesland.

Nun sind Konstellationen mit Grünen, SPD, FDP oder der Partei der dänischen Minderheit SSW denkbar. Die CDU kann sich für das Erste zurücklehnen und abwarten welche Partei ihr die meisten Zugeständnisse in den Koalitionsverhandlungen macht.

Die FDP verliert knapp fünf Prozentpunkte und kommt am Ende auf 6,4 Prozent. Zu den größten Verlierern am Wahlabend zählen aber die SPD, die AfD und DIE LINKE. Krachend verliert die SPD über elf Prozent im Vergleich zur Landtagswahl 2017. Eine Abstrafung für die unklare Haltung der Partei im Ukraine Konflikt?

Die AfD scheitert mit 4,4 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde. 2017 erreichte sie noch 5,9 Prozent. Zum ersten Mal fliegt die Partei damit wieder aus einem Landtag, in dem sie sich vorher Sitze sichern konnte. Die Partei muss schnellstens die Fehler dafür untersuchen und Lehren aus diesem Ergebnis ziehen. DIE LINKE könnte mit ihrem Ergebnis schon fast unter “Sonstige” geführt werden. 2017 hatte man schon den Einzug ins Parlament verpasst, gestern erhielt man nur noch 1,7 Prozent. Die Partei befindet sich weiter in einer Abwärtsspirale und versucht verzweifelt ein Profil zu finden.

Die Wahlen in Schleswig-Holstein zeigen deutlich, dass die bundesrepublikanischen Wähler treu im Parteienkartell aus CDU, Grüne, SPD und FDP bleiben. Es gab fast nur innerhalb dieser Parteien Wählerwanderungen. Was die CDU gewonnen hatte, das hatte die SPD verloren. Genau so verhielt es sich bei Grünen und FDP. Oppositionelle Parteien und vor allem aber auch Kleinstparteien haben in Deutschland aktuell kaum Chancen Gehör zu finden und Wähler für sich an die Urne zu mobilisieren. Angesichts der katastrophalen Entwicklung des Landes, auf allen Ebenen, überrascht diese Entwicklung doch ein wenig.

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