EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen steht aktuell in der Kritik. Für die kurze Strecke von Wien nach Bratislava nahm sie das Flugzeug. Die Strecke wäre per Zug ebenfalls möglich gewesen. Klimaschutz sieht anders aus.

Niemand wird bestreiten, dass Umwelt- und Klimaschutz wichtige Themen sind, bei denen jeder mitwirken sollte. Wahrscheinlich werden sie sogar die bestimmenden Themen der nächsten Legislaturperioden in Deutschland sein. Dies ist ein Fakt, unabhängig davon ob man die Maßnahmen der aktuell noch geschätsführenden Bundesregierung oder die Forderungen der wahrscheinlichen “Ampel Koalition” für gut befindet.

Die Politiker der Altparteien werden nicht müde uns täglich vor Augen zu führen, dass wir alle gefragt sind. Die Politik, die erneuerbare Energien subventioniert, aber auch die Wirtschaft und die Privatpersonen, die investieren sollen um möglichst umweltschonend und emmissionsfrei zu produzieren bzw. zu leben. Aber taugen unsere Politiker überhaupt selbst als Vorbilder in dieser Hinsicht?

Diese Frage muss man im Fall von Ursula von der Leyen eindeutig mit nein beantworten. Wer 47 Kilometer im Privatjet zurück legt, der kann sich nicht mehr anmaßen eine Vorbildfunktion einzunehmen. Auf der Klimakonferenz in Glasgow sagte sie noch bezüglich des Engagements für den Klimaschutz: “Wir alle, weltweit, müssen viel mehr Tempo machen”.

Angesichts ihres eigenen Verhaltens klingen diese Worte wie blanker Hohn. Natürlich gab es bereits Erklärungsversuche von einem ihrem Sprecher. Da wird von einem eng getakteten Terminplan geredet und dass es logistisch keine andere Möglichkeit gegeben hätte. Und natürlich gab es auch Bedenken wegen Corona, deshalb verzichtete man auf eine Reise mit dem Zug.

Flug dauerte nur 19 Minuten

Der Flug selbst dauerte nur 19 Minuten. Mit der Bahn hätte die Reise eine Stunde und sieben Minuten gedauert. Bedenkt man die Fahrt zum Flughafen und die Wartezeit vor dem Start und nach der Landung des Flugzeugs, dann ist das Argument der Zeitersparnis relativ schnell entkräftet. Es geht um reine Bequemlichkeit und Abgehobenheit. Auch wenn man eine Reise mit mehreren Stationen geplant hat ist es möglich umweltschonende Alternativen zu benutzen, vor allem wenn man dies immer und immer wieder vorpredigt. Aber diesem Fall geht es nicht nur um das ökologische Fehlverhalten von Frau von der Leyen.

Da sie die Reise mit dem Flugzeug getätigt hat, kostet sie den europäischen Steuerzahler natürlich auch deutlich mehr Geld, als wenn sie sich für die Reise mit dem Schienenverkehr entschieden hätte. Am meisten leidet allerdings die Glaubwürdigkeit der Politik unter diesem Verhalten.

Den Bürgerinnen und Bürgern wird immer mehr abverlangt um in Sachen Klimaschutz voran zu kommen. Die aktuell hohen Spritpreise sind hierbei nur die sichtbare Spitze des Eisbergs. Frau von der Leyen zeigt mit ihrem Verhalten deutlich auf wie abgehoben die Politiker von heute sind und wie weit sie sich bereits von der Bevölkerung entfernt haben.

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