Im Falle des verurteilten Polizisten Derek Chauvin fordert dessen Verteidigung eine Bewährungsstrafe für ihren Mandanten. Sollte es zu einer Gefängnisstrafe kommen, dann sollte diese mit der Untersuchungshaft abgegolten sein. Chauvin plädierte im vorangegangenen Prozess auf „nicht schuldig“.

Ihm wird vorgeworfen den Afroamerikaner George Floyd ermordet zu haben. Bei der Festnahme von Floyd kniete der Polizist auf dem Nacken und Rücken des Verdächtigen. Später stellte sich heraus, dass Floyd bereits Herzprobleme hatte und sich Drogenrückstände in seinem Blut befanden.

Chauvin, der mit einer Asiatin verheiratet war, wurde vorgeworfen aus rassistischen Motiven gehandelt zu haben. Ein Vorwurf den sich besonders weiße Polizisten in der USA anhören müssen.

Die Tat brachte der „Black lives matter“ Bewegung in den Vereinigten Staaten, aber auch weltweit großen Zulauf. Es folgten Massendemonstrationen, aber auch Plünderungen, Zerstörungen und Gewaltexzesse gegenüber weißen US Bürgern. Dutzende Videos davon kursieren im Netz.

Dass Floyd selbst kriminell gewesen ist, unter anderem wegen Drogendelikten, Diebstahl, Einbruch und Überfall mit einer tödlichen Waffe, scheint weder die Staatsanwaltschaft, die Geschworenen und vor allem nicht die Mitglieder von „Black lives matter“ zu stören.

Massive Gewalt gegen Polizisten steht in den USA an der Tagesordnung. Anders als in Deutschland muss immer damit gerechnet werden, dass eine verdächtige Person eine scharfe Waffe bei sich führt. Dementsprechend müssen Polizisten dort mit besonderer Vorsicht agieren, aber auch mit größerer Härte durchgreifen. Das Verhalten von Floyd während seiner Festnahme muss objektiv betrachtet so gewertet werden, dass das rigorose Durchgreifen von Derek Chauvin verhältnismäßig gewesen ist. Die Geschworenen sahen das allerdings anders.

Die Staatsanwaltschaft fordert 30 Jahre Haft. Dies wäre für die Zukunft ein Präzedenzfall und könnte das Verhalten der Polizei in ganz Amerika verändern, zu ihrem eigenen Nachteil wohlgemerkt. Ganz zu schweigen davon, dass Chauvin 30 Jahre in einem us-amerikanischen Gefängnis kaum überleben dürfte, viele Häftlinge dürften bereits jetzt Anschläge auf ihn in Planung haben.

Die Verkündung des Strafmaßes wird für den 25. Juni erwartet.

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