Mitten im derzeitigen Wahlkampf verlässt Uwe Junge zusammen mit seiner Ehefrau Claudia die AfD mit sofortiger Wirkung. Seinen Austritt machte er am Sonntag über Facebook öffentlich. Junge selbst war auf Grund fragwürdiger Äußerungen in der Vergangenheit bereits selbst nahe an einem Parteiausschlussverfahren.

In seinem Statement nannte er verschiedene Gründe für seinen Austritt. Unter anderem kritisierte er den AfD Ehrenvorsitzenden Gauland dafür, dass “dieser einen völlig überschätzen Höcke am viel zu rechten Rand gewähren ließ”. Auch an Weidel und Chrupalla ließ er kein gutes Wort, genau wie bei den Führungskräften in Rheinland-Pfalz Münzenmeier und Lohr. Diese würden die derzeitigen Entwicklungen personifizieren. “Kaum Inhalte, immer mehr Polemik, gefühlte Fundamentalopposition und die Bedienung der eigenen Blase”, wirft er ihnen in seiner Austrittserklärung vor.

Junge erklärte zusätzlich, dass er 2009 ebenfalls im Wahlkampf aus der CDU ausgetreten sei, da er nicht den falschen Leuten zu Mandaten verhelfen wollte. An diesem Punkt sieht er die AfD mittlerweile auch. Er geht sogar noch einen Schritt weiter und erklärt das “Projekt AfD für gescheitert”.

Uwe Junge selbst fiel allerdings in jüngster Zeit stellenweise auch mit wenig geistreichen Kommentaren auf. Unter anderem nannte er die Kapitänsbinde von Manuel Neuer während der EM “Schwuchtelbinde”, da diese die Regenbogenfahne zeigte.

Außerdem zählte er zu den größten Kritikern des so genannten “Flügels” rund um Björn Höcke. Damit konnte man ihn zu der Fraktion rund um Jörg Meuthen zählen, die keine Gelegenheit auslassen andere Parteimitglieder zu belehren und öffentliche Schlammschlachten zu führen.

Mit seinem Austritt führt Uwe Junge genau dieses Schema weiter. Anstatt stillschweigend aus der Partei auszutreten wird noch kurz vor der Wahl in aller Öffentlichkeit schmutzige Wäsche gewaschen. Junge führt aus, dass er bei der Bundestagswahl die LKR (Liberal Konservative Reformer) wählen wird. Die Partei sieht er als zukünftges Sammelbecken für unzufriedene Ex AfD und CDU Mitglieder, die das bürgerlich konservative Lager führt.

Mit seinem medienwirksamen Austritt aus der AfD hat er der Partei zumindest direkt im Wahlkampf einen Bärendienst erwiesen und wieder einmal mehr unter Beweis gestellt und in die Öffentlichkeit gebracht wie tief gespalten diese Partei ist. Zwischen Ost und West. Und zwischen wirtschaftsliberaler und patriotisch-konservativer Ausrichtung.

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