Der offiziellen Internetseite der Bundesregierung ist zu entnehmen, dass bis zum 26.08.2021 5.347 Menschen von der Bundeswehr aus Kabul evakuiert wurden, darunter mehr als ca. 4.100 Afghanen. Nun berichtet die Welt am Sonntag, dass lediglich 101 Ortskräfte unter den Evakuierten waren. Wenn man Familienangehörige dazu zählt kommt man auf ungefähr 400 bis 500 Personen. Wer ist der Rest?

Selbst die Evakuierung von sogenannten Ortskräften entwickelt sich zum Desaster. Anscheinend ist die Bundeswehr von der Politik soweit herunter gewirtschaftet und nicht mehr in der Lage zwischen Ortskräften und deren Familienangehörigen und Fremden zu unterscheiden. Es wurden offensichtlich willkürlich und nach dem Zufallsprinzip Afghanen an Bord der Evakuierungsflüge genommen. Wer sich sonst noch an Bord geschlichen hat ist nicht geklärt. Man “hofft” (!) dass die im Land verbliebenen Ortskräfte über andere Wege von den Taliban fliehen konnten.

Vor einigen Tagen hat das Ministerium für Entwicklungshilfe bekannt gegeben, dass die Entwicklungshilfe für Afghanistan gestrichen wurde. Hierfür waren für dieses Jahr 250.000.000 EUR eingeplant. Eine Zusammenarbeit mit den Taliban, auch zugunsten der verbliebenen Ortskräfte und der Bevölkerung ist nicht vorgesehen. Ebenso wenig wie eine militärische Zusammenarbeit zur Bekämpfung des IS-Ablegers in Afghanistan.  Die Bundesregierung hat bis heute keine Strategie, keine Vision und keinen Mut. Dafür, dass man sich 20 Jahre in dem Land militärische engagierte, verdammt wenig.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.