Der Textilhersteller Trigema aus Burladingen steht in der Kritik. Um genau zu sein erhielt das Unternehmen auf einen Beitrag bei Twitter einen regelrechten Shitstorm. Die Firma erlaubte es ihren Mitarbeitern am schmutzigen Donnertag verkleidet am Arbeitsplatz zu erscheinen. Das gefiel etlichen Moralaposteln nicht.

Es ist unbestritten, dass es im Moment auf der Welt, insbesondere in Europa, eine angespannte Lage gibt. Die letzten Tage haben gezeigt, dass der Frieden in Europa schneller zerbrechen kann, als es sich die meisten Menschen in unserem Land vorstellen können. Trotzdem muss das Leben bei uns weiter gehen. Mit Spenden, Hilfsgütern und auch der Aufnahme ukrainischer Flüchtlinge können wir Deutschen helfen, das Leid der Zivilisten ein wenig zu lindern.

Ähnlich sah es auch die Textilfirma Trigema aus Burladingen. Am vergangenen Donnerstag, dem “Schmutzigen Donnerstag”, erlaubte es das Unternehmen seinen Mitarbeitern verkleidet zum Arbeitsplatz zu erscheinen. Jede Abteilung hatte sich ein eigenes Motto zurecht gelegt, an dem sich die Mitarbeiter orientieren konnten.

Originaler Tweet von Trigema: (1) TRIGEMA (@TRIGEMA) / Twitter

Dies veröffentlichte das Unternehmen auf seinem Twitter Account und löste damit einen Shitstorm aus. Viele Nutzer regten sich darüber auf, dass man in Zeiten “in denen Menschen sterben” solch eine Feier veranstaltet. “Es fehlt nur noch das Motto Krieg” war unter anderem zu lesen. Es ist mittlerweile zu einer Art Reflex geworden, vor allem in den sozialen Medien, extrem tolerant und hypersensibel zu sein.

Das betrifft aber nur die Themen, die von den Massenmedien angeschnitten werden. Bestes Beispiel ist wieder einmal, dass nun gefühlt jeder Nutzer sein Profilbild auf Facebook mit einer Ukraine Fahne versieht um seine Solidarität zu zeigen. Ein symbolischer Akt, der nichts kostet aber das eigene Gewissen beruhigt. Den Menschen im Kriegsgebiet bringt es allerdings herzlich wenig. Ernst gemeinte Solidarität sieht anders aus.

Auch bei dem Twitter Beitrag von Trigema versammeln sich ein paar politisch überkorrekte Nutzer in der Kommentarspalte. Man kommt aktuell am Thema Ukraine nicht vorbei, das ist klar. Manchen Menschen wird im Moment auch nicht nach Feiern zumute sein, weil sie z.B. um ihre Familie und Freunde in der Ukraine fürchten. Genauso wie auch russische Mütter um ihre Söhne fürchten die an die Front geschickt wurden.

Wenn wir uns aus Rücksicht auf all diese betroffenen Personen aber unser eigenes Leben verbieten lassen, dann wird dies zu einem Dauerzustand. Die ganzen politisch überkorrekten Nutzer stürzen sich jetzt auf das Thema Ukraine und kritisieren Trigema für ihr Verhalten, weil es wiederum ihr Gewissen beruhigt. Eine Feier dürfte grundsätzlich nicht mehr stattfinden, wenn wir uns so einen Maßstab nehmen.

Kriege, Naturkatastrophen, Unfälle, Krankheiten oder Millionen Menschen die an Hunger sterben. Das dürfte reichen um täglich Trübsal blasen zu können. Dies wird jedoch nicht immer groß in den Medien publiziert. Und genau deswegen ist es eine Heuchelei was diese Kritiker abziehen. Sie beruhigen ihr eigenes soziales Gewissen, weil sie auf ein Thema anspringen, welches aktuell in aller Munde ist, der Rest interessiert sie erst einmal nicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.