Der Ton wird zunehmend rauer, viele Klimaschützer drohen die Radikalisierung ihrer Bewegung an. Wie Deutschland Aktuell berichtete, steigt die Bereitschaft von Klimaaktivisten, immer radikalere Aktionen durchzuführen. Unter anderem ist bereits von einer “grünen RAF” und einem “Klima-Notstandsrecht” die Rede. Aktivisten der Gruppierung “Aufstand der letzten Generation” sind nun erneut in die Schlagzeilen geraten, als sie unter dem Motto “Essen retten – Leben retten” verschiedene wichtige Hafenstraßen in Hamburg blockiert haben.

Im Morgengrauen trafen sich rund 30 sogenannte Klimaaktivisten an der Hamburger Köhlbrandbrücke und blockierten über mehrere Stunden verschiedene Straßen im Hafengebiet. Hierfür klebten sie sich mit Sekundenkleber und Bauschaum auf die Straßen, sodass eintreffende Polizeibeamte keine Möglichkeit hatten, die Straßen für den Hafenverkehr schnell wieder frei zu machen. Einsatzkräfte der Polizei, Feuerwehr und der Stadtreinigung benötigten über drei Stunden, um die Protestler vom Asphalt zu lösen und den Verkehr wieder frei zu geben.

Die Klimaaktivisten wollten dabei auf die maßlose Lebensmittelverschwendung aufmerksam machen. Sie fordern hierfür unter anderem ein “Lebensmittelrettungsgesetz”, mehr Klimaschutz und eine Bürgermitbestimmung. Bisher hatte die Gruppierung lediglich Autobahnen in Hamburg, München und in weiteren Städten blockiert. Vergangenen Sonntag kündigten die Aktivisten jedoch an, ihre Blockaden auf Flughäfen und Häfen auszubreiten.

Die Polizei nimmt immer wieder Personalien der Protestler auf und stellte bisher Dutzende Strafanzeigen. Auch von Seiten der Autofahrer und der Politik ernten die Aktivisten scharfe Kritik. Unter anderem fordern CDU und AfD Konsequenzen für die strafbaren Protestaktionen. Auch Politiker der SPD und der FDP distanzierten sich von den Aktionen und erklärten, dass politische Agitation stets im Rahmen rechtsstaatlicher Mittel geschehen müsste.

Klima- und Umweltschutz sind wichtiger denn je. Auch an der zunehmenden Lebensmittelverschwendung in Ländern wie Deutschland, Frankreich oder Österreich muss sich dringend etwas ändern. Alleine in Deutschland landen jedes Jahr über 12 Millionen Tonnen essbare Lebensmittel im Müll. Das bedeutet, dass im Schnitt jeder Verbraucher im Jahr in etwa 75 Kilogramm genießbare Lebensmittel weg wirft.

Dies darf jedoch nicht darin münden, dass selbsternannte Klimaaktivisten randalierend durchs Land ziehen, während Politik und Polizei zusehen. Das zurückhaltende Verhalten von Polizei und Staat ist nicht nachvollziehbar, während bereits von einer “grünen RAF” und weiteren Radikalisierungen die Rede ist. Besonders mit Blick auf die anhaltende massive Polizeigewalt gegen friedliche Spaziergänger im gesamten Bundesgebiet, lässt das zaghafte Vorgehen gegen radikale und straffällige Klimaprotestler zunehmend an der Neutralität von Staat und Polizei zweifeln.

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