Es sind bewegende Bilder. Wer dieser Tage Fernseher, Radio oder das Internet einschaltet, wird überflutet mit Nachrichten und Bildern aus der Ukraine. Der dort tobende Konflikt bewegt die Menschen weltweit und viele beziehen Position und solidarisieren sich mit Russland und/oder der Ukraine.

Ein bekanntes Zitat mahnt die Menschen bereits seit über 100 Jahren zur Vorsicht: „Das erste Opfer eines jeden Krieges ist die Wahrheit“. Dementsprechend sind auch westliche Medien mit Vorsicht zu genießen. Derzeit wird in der westlichen Medienlandschaft alles daran gesetzt, Putin und Russland als Aggressor und Kriegstreiber zu diffamieren. Deutschland und weitere NATO-Staaten versuchen Russland mit Sanktionen zu überziehen und die Ukraine zu unterstützen. Dafür hagelt es scharfe Kritik von beiden Seiten. Vor allem von ukrainischer Seite werden die Unterstützungsaktionen des Westens als unzureichend verschmäht und die Ukraine fühlt sich von der NATO im Stich gelassen. Russland warnt seit Jahren vor der Osterweiterung der NATO und der immer weiter zunehmenden militärischen Einengung des Landes.

Doch wie nun Stellung beziehen ?

Auch wenn der Krieg nicht in unmittelbarer Nähe Deutschlands tobt, wird er in einer globalen Welt auch Auswirkungen auf unseren Alltag haben. In naher Zukunft wird die Berichterstattung aus der Ukraine zunehmen und viele Menschen werden sich mit der einen oder der anderen Seite solidarisieren. Auch unsere Redaktion wird mit Anfragen überschwemmt und viele wünschen sich eine Stellungnahme zum Konflikt.

Dementsprechend fühlen wir uns verpflichtet, in dieser schweren Zeit ebenfalls Worte an unsere Leser zu richten.

Auch wir sind größtenteils an die globale Berichterstattung, vor allem der westlichen Mainstream Medien, gebunden. Dementsprechend gestehen wir uns ein, momentan noch keinen vollständigen Überblick über die Sachlage zu haben. Daher ist es uns auch nicht möglich, auf der einen oder anderen Seite Stellung zu beziehen. Eine generelle Positionierung auf russischer oder ukrainischer Seite ist unserer Meinung nach nicht notwendig. Die Welt in Schwarz und Weiß, Gut und Böse einzuteilen ist in der Regel zu kurz gegriffen und wird entsprechend komplexen Konflikten nicht gerecht.

Fakt bleibt, dass Menschen sterben und wir weder dem russischen, noch dem ukrainischen Volk Krieg, Tod und Elend wünschen. Beide Seiten sind an der Eskalation des Konfliktes beteiligt und nun sollte oberstes Ziel sein, eine friedliche Lösung zu finden, anstatt sich gegenseitig Schuldzuweisungen vorzuwerfen und die Situation weiter anzufeuern.

Auf dieser Grundlage möchten wir die Menschen anhalten, sich möglichst umfangreich und ausgewogen zu informieren. Nutzen Sie verschiedene Quellen mit unterschiedlichen Ausrichtungen und geben Sie auch alternativen Berichterstattern eine Chance. Dieses Vorgehen sollte auch unter normalen Umständen Standard sein, doch besonders in Kriegszeiten sollten Berichte und Informationen kritisch hinterfragt und verglichen werden. Viele Berichte wollen die öffentliche Meinung in die eine oder andere Richtung beeinflussen und folgen unterschiedlichsten Interessen. Dies sollten Sie immer im Hinterkopf haben, besonders wenn Sie sich zu einem brisanten Thema einlesen.

Zum Schluss möchten wir noch einmal darauf Aufmerksam machen, dass es nicht notwendig ist sich auf eine Seite zu schlagen. Wir dürfen uns nicht mehr aufgrund globaler Interessen gegeneinander aufhetzen lassen. Ein Krieg in Europa ist ein Krieg unter Brüdern.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.