Das Rentenniveau in Deutschland ist seit Jahren niedrig. Im europäischen und im OECD Vergleich kommt Deutschland nicht einmal an das Mittelfeld heran. Gleichzeitig gibt es aber immer wieder Forderungen nach einem höheren Renteneintrittsalter.

67 Jahre ist das Renteneintrittsalter in Deutschland. Stufenweise wurde es von 65 Jahren bereits hochgestuft. Wer dieses Alter dann mal erreicht hat bezieht im Schnitt knapp 20 Jahre Rente. Männer mit 18,5 Jahren knapp vier Jahre kürzer als Frauen. Das Rentenniveau erreicht dabei 48 %.

Doch die Forderungen aus Politik, aber auch aus Arbeitgeberverbänden, werden lauter, dass das Renteneintrittsalter weiter steigen muss. Anders ausgedrückt ist dies de facto eine weitere Kürzung der Rentenbeiträge. Es gibt Forderungen, dass man erst mit 68 Jahren in Rente gehen soll, hier würde man quasi auf ein Jahr seiner Rente verzichten. Manche Forderungen gehen sogar so weit und fordern die Rente ab 70. In diesem Szenario verzichtet man dann sogar auf drei Jahre seiner Rente. Denn eines ist sicher, älter werden die Leute nicht, vor allem nicht, wenn sie auch noch im hohen Alter arbeiten müssen und das “Ziel Rente” immer weiter nach hinten verschoben wird.

Forderungen dieser Art zeigen nur eines auf. Der Staat demaskiert sich mit diesen selbst. Er hat es verpasst eine ordentliche Familienpolitik zu gestalten, damit nachkommende Generationen nicht zahlenmäßig kleiner werden, sondern größer als die Vorgängergeneration. Die Deutschen schrumpfen aufgrund ihrer zu niedrigen Geburtenrate von Generation zu Generation.

Danach hat er es verpasst, das Rentensystem an diese Umstände anzupassen. Die Folgen sind erkennbar. Altersarmut in der gesamten Republik. Das Problem wird aber von Jahrgang zu Jahrgang dramatischer. Einhundert Steuerzahler “bezahlen” heute knapp 50 Rentner. 1960 waren es noch 300 Steuerzahler die dafür aufkamen. Im Jahr 2050 sollen auf einhundert Steuerzahler schon 77 Rentner entfallen. Die geburtenstarken Jahrgänge gehen jetzt in den Ruhestand. Durch diesen Umstand verschärft sich die Situation weiterhin von Jahr zu Jahr.

Politik verschläft die Entwicklung weiterhin

Die Ampelkoalition gibt in ihrem Koalitionsvertrag an, dass sie “Mehr Fortschritt wagen” möchte. Bei den gesetzlichen Renten ist hier allerdings nichts auszumachen. Als “Ziel” steht im Koalitionsvertrag, dass man das Rentenniveau auf 48 % halten möchte. Die Beiträge sollen “in dieser Legislaturperiode” nicht über 20 % steigen. Derzeit liegen sie bei 18,6 %, das heißt 1,4 % gibt sich die Koalition aus SPD, Grünen und FDP in den nächsten vier Jahren selbst als Spielraum.

Grundlegend reformieren möchte man die private Altersvorsorge. Wie das im Detail aussehen soll ist noch nicht abschließend geklärt. Fakt ist, dass die Bürger heute schon selbst schauen müssen, wie sie in ihrem Lebensabend noch liquide sind. Wer die Möglichkeit hat und am Ende des Monats noch Geld übrig hat, was bei vielen leider nicht der Fall ist, der legt sein Geld an, um später abgesichert zu sein. Bei gleichbleibender Entwicklung ist die gesetzliche Rente bald nur noch ein Zubrot wenn man das Rentenalter erreicht hat.

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