Im Vergleich zum 3. Quartal 2020 stiegen die Löhne in Deutschland um 3,9 %. Durch die Inflation wird dieses Wachstum komplett aufgezehrt. Eine weiter steigende Inflation heizt den Konflikt nun zusätzlich an.

Der Nominallohnindex stieg im 3. Quartal 2021 um 3,9 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Für Arbeitnehmer natürlich ein Grund zur Freude. Jedoch stiegen im selben Zeitraum die Verbraucherpreise (Inflation) um genau den selben Prozentsatz. Damit bleibt den Deutschen am Ende des Monats genau 0,0 % mehr Lohn in der Tasche.

Als positiver Nebeneffekt auf die Arbeitslöhne wirkte sich zudem aus, dass im 3. Quartal 2021 wieder Lockerungen der Corona Maßnahmen zu spüren waren. Weniger Menschen nahmen daher Kurzarbeitergeld in Anspruch, was die durchschnittlichen Verdienste wieder ansteigen ließ. Ohne diesen Nebeneffekt hätte die Inflation vermutlich sogar die gestiegenen Löhne überholt, sodass die arbeitende Bevölkerung am Ende des Monats effektiv sogar weniger in der Tasche gehabt hätte.

In den nächsten Monaten dürfte auf die Arbeiter und die Verbraucher genau dieses Szenario allerdings zukommen. Das Statistische Bundesamt weist auf seiner Seite aktuell eine Inflationsrate von 5,2 % für den Wirtschaftsraum Deutschland aus. Es ist unrealistisch zu erwarten, dass die Löhne auch nur annährend in dieser Größenordnung mitwachsen können.

Da die neue Ampelkoaliton bei der Inflation ein Gegensteuern aktuell strikt ablehnt, erwartet die Bürger also tatsächlich weniger Geld am Ende des Monats. Auch bei der Europäischen Zentralbank hält man nach wie vor am eingeschlagenen Kurs fest. Man verzichtet zur Zeit darauf, den Leitzins wieder zu erhöhen. Dies würde als Effekt die Inflation senken.

Man geht bei der EZB, in Person die Vorsitzende Christine Lagarde, noch immer davon aus, dass es sich bei der derzeit hohen Inflation um Sondereffekte und ein vorübergehendes Problem handel. Für 2022 strebt man aktuell eine Inflationsrate von 3,2 % im Euroraum an. Für 2023 und 2024 dann jeweils 1,8 %. Die Inflationsrate allerdings zwei Jahre im Voraus zu prognostizieren ist, wie bei einer Wahrsagerin in die Glaskugel zu schauen. Auf so lange Sicht kann das niemand seriös vorhersagen.

Lagarde dürfte intelligent genug sein, das selbst zu wissen. Mit Statements wie diesen versucht man aber ausschließlich die Bürger zu beruhigen. Die US Notenbank FED hat bereits erkannt, dass es sich nich nur um ein vorübergehendes Problem handelt und zieht die Zügel in der kommenden Zeit wieder straffer an.

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