Steigende Erdgaspreise fressen Löcher in die Geldbeutel der Deutschen. Auch Energieversorger ohne langfristige Gaslieferverträge sind betroffen. Der erste Konkurs in Deutschland wurde bereits von der Otima Energie AG aus Brandenburg angemeldet. Die Situation wird durch die Energiewende verschlimmert. Erdgasspeicher in Deutschland sind dieses Jahr nur teilweise gefüllt.

Ein Wesenszug der Inflation ist es, dass sie in Schüben auftritt und mal jene und mal diese Warengruppe verteuert. Derzeit steht Erdgas und damit auch der Strompreis im Fokus.

In China, dem größten Energieimporteur der Welt, steigt die Nachfrage nach Erdgas. Das wirkt sich auch auf Deutschland aus. In China wird Strom zwar hauptsächlich mit Kohle erzeugt, da Kohle jedoch knapp wird, werden die Lücken mit Erdgas geschlossen. Hinzu kommt, dass die Chinesen den Kohleanteil am Energiemix reduzieren möchten. Dieser liegt derzeit noch bei über 50%, Erdgas verbrennt dagegen nahezu ohne gesundheitsschädliche Emissionen.

Zusätzlich steigt durch das Hochfahren der Volkswirtschaften nach den Lockdowns derzeit die weltweite Energienachfrage.

Zu dieser Gemengelage kommen nun in Deutschland noch hausgemachte Probleme durch die Energiewende hinzu: Die Erdgasspeicher sind normalerweise im Oktober prall gefüllt. Nicht in diesem Jahr. Da die Windräder bisher weniger Energie erzeugten, mussten diese Lücken mit Erdgas gefüllt werden, da nur die Gaskraftwerke flexibel hoch und runtergefahren werden können. Diese Mengen fehlen jetzt. Auch die CO2-Steuer, die auf Druck von “Fridays for Future” in Deutschland erhöht wurde, macht sich im Preis bemerkbar.

Die vermehrte Nachfrage nach Erdgas führt zu einem deutlichen Preisanstieg an den Energiebörsen. Dort decken sich keine Spekulanten ein, sondern der Erdgasgroßhandel, um kurzfristige Verbrauchsspitzen seiner Kunden abdecken zu können. Umgekehrt kann ein Überschuss an Erdgas aus langfristigen Lieferverträgen oder einem Gasspeicher verkauft werden. Der Basisverbrauch ist in der Regel mit langfristigen Erdgaslieferverträgen, vorwiegend mit Russland, gedeckt.

Und genau hier liegt das Problem für die Energieversorger und seine Kunden. Hat sich ein Energieversorger nicht ausreichend mit Erdgas eingedeckt, muss dieses nun teuer am Spotmarkt beschafft werden. Diesem Problem sind bereits einige englische Gasversorger zum Opfer gefallen. Nun folgt mit der Otima AG ein deutsches Unternehmen. Es bleibt zu hoffen, dass die Unternehmen sich ausreichend mit Erdgas eingedeckt haben, welche jetzt die Kunden, die nun ohne Vertrag da stehen, aufnehmen müssen.


Hoffentlich fällt der Winter mild aus.

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