Nicht nur in Deutschland nehmen die Ausmaße der Corona Maßnahmen immer drastischere Ausmaße an. Auch im Nachbarland Frankreich droht Präsident Macron den Ungeimpften mittlerweile. Auch hier werden Ungeimpfte als Menschen zweiter Klasse diffamiert.

Zumindest ist sich der Präsident bei zwei Dingen sicher. Er wird ungeimpfte Menschen nicht in das Gefängnis stecken und er wird sie auch nicht zwangsimpfen. Trotzdem löste es eine Reihe der Entrüstung aus, was der Präsident von sich gab. Er benutzte zwar ein umgangssprachliches Wort, das man in vielerlei Hinsicht deuten kann, aber die harmloseste Variante der Übersetzung ist noch, dass er Ungeimpfte “piesacken” oder ihnen “auf den Senkel gehen” wolle. Der Präsident teilt damit die Gesellschaft in zwei Klassen ein. Geimpfte und Ungeimpfte – “Gut und Böse”.

Frankreich kämpft aktuell mit vergleichsweise hohen täglichen Infektionszahlen. Auch hier sind die Forderungen bereits laut, wieder in einen Lockdown zu gehen. Macron sucht hierfür einen Schuldigen. Doch anstatt der Realität ins Auge zu blicken und einzugestehen, dass die Impfstoffe nicht vor weiteren Neuinfektionen schützen, sondern im besten Fall vor einem schlimmen Verlauf, nutzt er lieber die fünf Millionen Ungeimpften in Frankreich als Zielscheibe.

Präsidentschaftswahlen im April

Dahinter steckt politisches Kalkül. Frankreich wählt in knapp vier Monaten einen neuen Präsidenten. Macron bekommt die Corona Situation bis dahin vielleicht nicht mehr in den Griff. Damit er das selbst nicht eingestehen muss, baut er sich bis zur Wahl schon einmal einen Sündenbock auf. In diesem Jahr erhält Macron erheblichen Druck bei den Wahlen. Zum Einen durch die Kandidatin des Rassemblement Nation (RN), Marine LePen, die bei den letzten Wahlen nur knapp gegen Macron verlor.

Auf der anderen Seite gibt es aber noch den Kandidaten Eric Zemmour, der auch dem “extrem rechten” Lager zugeordnet wird. 2011 wurde er wegen Aufrufs zu rassistischer Diskriminierung rechtskräftig verurteilt. Er ist der Sohn einer jüdischen Familie algerischer Herkunft. Trotzdem bilden Sicherheits- und Migrationspolitik den Kern seiner politischen Forderungen. Migration nach Frankreich soll auf ein Minimum reduziert werden. Ein nicht unerheblicher Teil der Franzosen hat Sympathien für beide Kandidaten.

Die Entscheidung Macrons, sich nun bereits vor der Wahl einen Sündenbock aufzubauen und gegen diesen zu wettern, ist aus wahltaktischen Gründen nachvollziehbar, einem Präsidenten einer Nation ist sie allerdings nicht würdig. Es bleibt abzuwarten wie die Franzosen diese Aussagen bei der Wahl bewerten, egal ob geimpft oder ungeimpft.

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