Seit Monaten harren etliche Menschen an der Grenze zwischen Polen und Belarus, um in die EU, bzw. bevorzugt in den deutschen Sozialstaat, zu gelangen. Auch das Schleuserphänomen ist für den polnischen Staat gerade in den letzten Wochen zum großen Problem geworden. Einerseits kommen die Migranten über Belarus, nachdem Alexander Lukaschenko diese dort frei passieren lässt, andererseits dringen Migranten über die polnisch-litauische Grenze ein. Aufgrund der immer weniger überschaubaren Situation und zunehmender Gewalttaten seitens der Migranten hat Polen nun den Bau einer Mauer im Eiltempo durchs Parlament gebracht.

Der Bau soll über 360 Millionen Euro kosten und laut den jüngsten Nachrichten bereits begonnen haben. Plan ist es den Zustrom von Migranten zu stoppen und so Angriffe auf polnische Grenzanlagen zu verringern. Zusätzlich geplant sind weitere Stacheldrahtzäune, Bewegungsmelder, Grenzschützer und etliche Soldaten und Polizisten. Was für die einen nach einem wirksamen Konzept klingt, stößt anderen bitter auf.

So stehen sich der Schutz nationaler Sicherheit und der Plan eines “freien, für alle zugänglichen Europas” konträr gegenüber. Bereits jetzt gibt es schon etliche Stimmen, die dagegen vorgehen oder klagen wollen. Polen zeigt sich bislang davon relativ unbeeindruckt und steht damit nicht alleine. Auch in Finnland wird gerade die Idee eines Grenzzaunes diskutiert, da die Opposition um die finnische Sicherheit fürchtet. Hier geht es insbesondere um die Sorge hybrider Taktiken seitens Russlands, welche die nationale Sicherheit gefährden könnten. Diese Ängste sind bei weitem nicht an den Haaren herbei gezogen, denn es wäre nicht das erste Mal, dass Russland etliche Migranten auf dem Weg in die EU unterstützt. Mit dieser sogenannten Strategie der Spannung sollen die europäischen Nationen unter Druck gesetzt werden.

Sollte Polens Mauerbau durchgehen, so könnten dem auch andere Länder, wie Griechenland oder Italien, folgen. Diese stehen ebenfalls vor dem Problem ständiger Migrantenanstürme. Noch ist jedoch nicht absehbar, wohin die Entwicklungen in Europa führen werden.

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