Der negative Trend für die Ampelkoalition setzt sich auch bei der Landtagswahl in NRW fort. SPD und FDP werden abgestraft. Die Grünen können kräftig zulegen. Die Mehrheit holt die Union.

Es ist eine kleine Bundestagswahl. Jeder sechste Einwohner der Bundesrepublik lebt in Nordrhein-Westfalen. Wer in diesem Bundesland regiert, der hat auch im Bund ein erhebliches Wort mitzureden. Die Ampelkoalition in Berlin ist nun knapp ein halbes Jahr im Einsatz. Für sie ist es auch ein Stimmungsmesser wie ihre Arbeit ankommt. Bei den Landtagswahlen in Schleswig-Holstein vor einer Woche musste sie bereits Verluste verbuchen.

Dieser Trend setzt sich auch bei den Landtagswahlen in NRW fort. Die SPD und die FDP haben erhebliche Verluste. Die Liberalen müssen zeitweise sogar um den Einzug ins Parlament bangen. Am Ende stehen 5,5 % für die FDP (- 6,7 %) und 29,4 % für die Sozialdemokraten (- 4,6 %).

Der einzige Gewinner aus der Berliner Ampelkoalition sind die Grünen. Sie können ihr Ergebnis zu 2017 um 11,8 % steigern, kommen auf 18,2 % und sind damit drittstärkste Kraft. Medial schreibt man diesen Wahlerfolg den Bundesministern Habeck und Baerbock zu, die in der aktuellen Krise ein gutes Bild abgeben sollen. Experten sind hier allerdings zwiegespalten was dies angeht.

Die Union verbessert sich um fast drei Prozentpunkte auf 35,7 % und wird damit klar stärkste Kraft. Wie die Regierungsbildung in den nächsten Wochen aussieht wird sich zeigen. Schwarz-Grün wäre denkbar oder auch eine große Koalition aus CDU und SPD. Auch eine Ampelkoalition wäre möglich, diese hätte eine Mehrheit im Landesparlament von NRW. Hier würde man allerdings die Partei mit den meisten Stimmen nicht berücksichtigen.

Die AfD musste bis zuletzt um den Wiedereinzug fürchten. Mit 5,2 % schafft sie die Fünfprozenthürde knapp und ist für weitere fünf Jahre im Landesparlament vertreten. DIE LINKE hingegen schafft auch den Einzug in NRW nicht. Wie bereits in Schleswig-Holstein erreicht sie nicht die Marke von 5 % und kann nur 2,3 % der Wählerstimmen auf sich vereinen. Beide Oppositionsparteien waren zwar groß im Straßenwahlkampf vertreten, konnten bei der Bevölkerung wohl nicht wirklich mit ihren Forderungen punkten.

Die größte Partei stand wie so oft nicht auf dem Stimmzettel. Und zwar die der Nichtwähler. Mit gerade einmal 55,5 % Wahlbeteiligung hat knapp die Hälfte der Bevölkerung von NRW kein Vertrauen mehr in die demokratischen Parteien oder keinen Willen am politischen Geschehen überhaupt teilzunehmen. Diesen Umstand hatte am gestrigen Wahlabend aber keiner der Kandidaten und Parteivertreter auf dem Schirm.

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