Der Krieg in der Ukraine dauert an und beeinflusst zunehmend die internationale Politik und Wirtschaft. Neben Lieferengpässen bei Nahrungsmitteln und Öl, fühlen sich immer mehr Länder verpflichtet, in dem tobenden Konflikt Position zu beziehen. Die NATO steht dabei immer wieder im Mittelpunkt und selbst, für ihre Neutralität bekannte Länder, erwägen mittlerweile einen Beitritt in das Verteidigungsbündnis.

Die Ukraine ist kein NATO Mitglied. Die Ukrainische Armee nimmt jedoch seit längerem an NATO-Übungen teil und arbeitet mit dem Militärbündnis eng zusammen. Viele sehen darin einen Teil der NATO-Osterweiterung und somit einen der Gründe für die russische Invasion in der Ukraine.

Der Krieg zwischen der Russischen Föderation und der Ukraine hat nun mehrere Länder aus ihrer Neutralität gerissen. Unter anderem unterstützen Österreich, Finnland und die Schweiz die Ukraine in Ihrem Verteidigungskrieg mit Waffen- und Versorgungslieferungen. Die Bevölkerungen der Länder sind hinsichtlich der aufgegebenen Neutralität gespalten, nicht alle begrüßen die Einmischung in den Konflikt.

Nun werden die Überlegungen über einen möglichen NATO-Beitritt der Schweiz und Finnland lauter. Klar ist, man erhofft sich dadurch mehr Sicherheit, indem man das Verteidigungsbündnis hinter sich hat. Doch ist diese Annahme gerechtfertigt?

Eindeutig ist zweifelsohne, dass die NATO ein zunehmendes und nicht zu unterschätzendes Militärbündnis ist. Doch auf den zweiten Blick bedeutet Stärke nicht unbedingt Sicherheit. Der Konflikt in der Ukraine zeigt, dass die NATO weder unantastbar ist, noch Kriege und Konflikte verhindern kann.

Im Wesentlichen gilt die NATO als militärisches Schutzschild der US-amerikanischen geopolitischen Interessen. Im Konfliktfall wird ein möglicher Krieg mit absehbahrer Wahrscheinlichkeit auf europäischem und nicht auf US-amerikanischem Boden stattfinden, und das obwohl die USA und die östlichen Weltmachten direkte Nachbarn sind. Ein NATO-Beitritt schafft somit nicht unbedingt mehr Sicherheit, sondern spannt die Lage zwischen den großen Mächten des Planeten zunehmend an – und schadet in erster Linie den europäischen Staaten.

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