Für viele Unternehmen ist die größte Sorge in ihrem Dasein, die Befürchtung eines Tages keine neuen Aufträge durch ihre Kunden zu bekommen. Dies kann aus den unterschiedlichsten Gründen passieren, sei es durch Abwanderung des Kundenstammes zur billigeren Konkurrenz oder aber das Produkt fällt aus dem Notwendigkeits- oder Beliebtheitsraster.

Entsprechend versuchen die Unternehmen stetig Neuheiten auf den Markt zu bringen und neue Kunden anzulocken. Doch was wenn es ausreichend Kunden gibt und die Unternehmen überlastet sind? Genau dies geschieht seit geraumer Zeit in Deutschland. Begonnen hat dies vor allem in der Branche der Handwerker.

Wer heute ein neues Haus bauen möchte wird kaum noch Elektriker, Maler oder Fliesenleger finden, die in den nächsten Monaten noch einen freien Platz in ihren Auftragsbüchern haben. Die meisten Handwerker sind vollständig ausgebucht.

Dieses Phänomen bedingt sich in erster Linie durch den demografischen Wandel, der zu wenige junge Arbeitskräfte mit sich bringt. Etliche Lehrstellen bleiben unbesetzt, Firmen bekommen, wenn überhaupt, ungelernte Helfer zur Seite gestellt. Nun zeichnet sich ein weiteres Problem ab, welches insbesondere die technischen Unternehmen betrifft, allen voran den Maschinenbau und die Automobilindustrie. Sie alle hätten zwar genügend Kunden, jedoch fehlt es an dem nötigen Material für die Herstellung.

Oft handelt es sich nur um Kleinigkeiten: Chips, Halbleiter, Kabelbäume und vieles mehr – um nur ein paar Beispiele genannt zu haben. Ohne diese vermeintlichen Kleinteile können diese Produkte nicht fertiggestellt werden. Bedingt durch einerseits den Ukraine Krieg und andererseits der Null-Covid Strategie der Chinesen bleiben derzeit Aufträge für bis zu 100 Milliarden Euro liegen. Dieser Kapitalstau belastet die Unternehmen.

Hinzu kommen die hohen Lagerkapazitäten für die “fast fertigen” Produkte. Letztendlich geht dies zu Lasten der Unternehmen und der Endverbraucher. Diese müssen akzeptieren, dass Kosten umgelagert werden und enorme Wartezeiten entstehen.

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