Ein halbes Jahr vor der Bundestagswahl glaubten viele die SPD bereits am Boden zu sehen. Mittlerweile stellt sie mit Olaf Scholz den Kanzler der Bundesrepublik. Trotz des scheinbaren Erfolgs rennen der Partei weiterhin die Mitglieder weg.

Vor der Bundestagswahl hatte die SPD mit vielen Problemen zu kämpfen. Sie war der lautlose Juniorpartner der Union in einer großen Fraktion im Bundestag. In manchen Bundesländern kam sie bei Landtagswahlen knapp in den zweistelligen Bereich, Umfragen sahen eine Katastrophe bei den Bundestagswahlen kommen. Doch wie durch ein Wunder schaffte die Partei die Sensation und stellt mittlerweile den Kanzler in einer Koalition aus SPD, Grünen und der FDP. Zudem wirkte die Partei lange Zeit führungslos, die aktuelle Parteispitze ist auch mehr Not als Lösung.

Doch der Wahlsieg ist nicht auf ein eigenes solides Wahlprogramm und einen guten Wahlkampf zurück zu führen, sonder auf das dilettantische Auftreten der anderen Spitzenkandidaten von Union und Grünen. Armin Laschet von der Union glänzte immer wieder durch nicht vorhandenes Fachwissen. Der Höhepunkt bildete sein fröhlicher Lachanfall in einer Livesendung bei der es um die Flutopfer ging, danach war das Thema Kanzlerschaft für ihn vorbei.

Annalena Baerbock, die mittlerweile ein furchtbares Bild als deutsche Außenministerin abgeben darf, fiel durch Skandale wie einen gefälschten Lebenslauf und Vorteilsnahme auf. Alles vermeintlich legal, aber wer eines der höchsten Ämter dieses Staates inne haben möchte sollte auch ein soziales Handeln und Gewissen haben. Auch hier fielen die Umfragewerte von Woche zu Woche. Es ist nicht ausgeschlossen, dass wir heute einen grünen Kanzler hätten, wenn die Partei sich für Robert Habeck als Kandidaten entschieden hätte.

Scholz ging in diesem Wahlkampf nicht etwa auf Angriff, sondern verhielt sich größtenteils ruhig und beobachtete die Fehler der anderen. Das Ganze passierte wohlwissend, dass man genug eigene Leichen im Keller hat. Hausdurchsuchungen in seiner ehemaligen Behörde, das finazielle Desaster der Hamburger Elbphilharmonie und der Cum Ex Skandal hätten auch ihm vermeintlich das Genick gebrochen, hätte man sie öffentlich thematisiert.

Nun steht die SPD wieder vor einer neuen Herausforderung. Mehr als 22.000 Mitglieder, etwa 5 Prozent, haben der Partei den Rücken gekehrt. Die selbsternannte Arbeiterpartei kommt damit seit langem auf weniger als 400.000 Mitglieder. Der Wahlerfolg konnte den Negativtrend nicht stoppen und vor allem nicht umkehren. Das Durchschnittsalter der Mitglieder beträgt bereits 61 Jahre, ein statistischer Fakt, der gegen eine zukunftsorientierte Politik spricht. Für junge Menschen ist die SPD schon lange nicht mehr die politische Anlaufstelle Nummer eins.

Hingegen freuen sich die Grünen über eine ähnliche Anzahl an Neumitgliedern. Hier spiegelt sich das Bild des grün angestrichenen Koalitionsvertrags wider. Viele Forderungen der Grünen wurden hier aufgenommen, man könnte fast meinen, dass sie der Seniorpartner in dieser Koalition wären. Die Mitglieder der SPD strafen dieses Verhalten mit Austritten aus der Partei ab.

Ob sie bei den Grünen allerdings besser aufgehoben sein werden für eine solide politische Zukunft muss jeder für sich selbst entscheiden.

Ein Gedanke zu „Mitgliederschwund bei der SPD“
  1. Mitgliederverluste? Wieviel Mitglieder der SPD hatten sich auf diese Nachricht verlassen?
    Sehr geehrter Herr Bundeskanzler Olaf Scholz,
    wir warten auf Taten. So lautet doch ihre Aussage –
    “Wer Führung bestellt, der kriegt sie auch”
    “Olaf Scholz sagt eine ÄNDERUNG bei der Doppelverbeitragung zu… Zitat Scholz: “Unser Plan war, unser Plan ist auch, das für die Zukunft zu ändern. Diese Passage haben Sie bestimmt in unserem Wahlprogramm gefunden. Und das steht da drin, weil wir es machen wollen. Und darauf können Sie sich verlassen…”
    https://www.facebook.com/peter.henrichmannroock/videos/551891136091682/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.