Am Freitag wurde Kyle Rittenhouse von sämtlichen Anklagepunkten gegen ihn freigesprochen. Der Fall spaltet Amerika wieder einmal in zwei Lager. Nicht lange nach der Urteilsverkündung gab es bereits die ersten Proteste in mehreren Großstädten der USA.

Für das eine Lager ist er ein Mörder und Rassist, für das andere ein Held und Vorbild. Am wichtigsten dürfte für Kyle Rittenhouse jedoch die Meinung der Jury gewesen sein. Diese sprach ihn nämlich am Freitag in allen Anklagepunkten frei. Rittenhouse handelte aus Notwehr, wollte sein eigenes Leben schützen, so das Urteil der Geschworenen.

Es war Mitte August 2020, als dem Schwarzen Jacob Blake von einem Polizisten sieben Mal in der Rücken geschossen wurde. Diese Aktion führte ab dem 23. August zu Ausschreitungen in der Stadt Kenosha. Die etablierten Medien sprechen bei diesen Ausschreitungen, Plünderungen und Randalen liebevoll von “Demonstrationen” oder “Anti-Rassismus Kundgebungen”. durchgeführt von “BLM-Aktivisten”.

Am 25. August kam es dann zu den tödlichen Schüssen. Rittenhouse wurde von seinem ersten Opfer, Joseph Rosenbaum, verfolgt. Eine unbekannte Person feuerte in die Luft und Rittenhouse hielt Rosenbaum für den Schützen. Er drehte sich um und feuerte in Notwehrabsicht auf ihn. Rosenbaum, der unter einer bipolaren Störung litt und bereits wegen Kindesmissbruchs im Gefängnis saß, erlag seinen Verletzungen im Krankenhaus.

Anthony Huber verfolgte den flüchtenden Rittenhouse daraufhin. Er schlug auf seinen Nacken und Kopf mit einem Skateboard ein. Rittenhouse erschoss ihn, als er auf dem Boden lag und Huber ihm seine Waffe entreißen wollte. Gaige Grosskreutz verfolgte Rittenhouse ebenfalls. Grosskreutz war als einziges der drei Opfer mit einer Pistole bewaffnet. Rittenhouse schoss ihm in den rechten Bizeps als er die Waffe erkannte. Grosskreutz überlebte, Rittenhouse rettete sich zur Polizei.

Eine gute visuelle Übersicht der Abläufe und weitere Fakten bietet dieses Video, leider in englischer Sprache:

Auf den nun erfolgten Freispruch gab es bereits die ersten Proteste, darunter auch wieder gewaltsame. Die Stimmung in den USA ist weiterhin aufgeladen. Die Demokraten, unter anderem Präsident Joe Biden, bekennen sich klar zu den “Black Lives Matter” Demonstranten, die dem System vorwerfen bis in das kleinste Zahnrad rassistisch zu sein.

Auf der anderen Seite stehen die Patrioten und Nationalisten. Ex-Präsident Donald Trump begrüsste das Urteil. Nach dem Urteilsspruch trauten sich auch etliche andere republikanische Politiker das Urteil öffentlich gut zu heißen. Rittenhouse gilt unter vielen nun als Galionsfigur des amerikanischen Patriotismus. Die benötigten 2 Millionen Dollar Kaution für ihn waren innerhalb kürzester Zeit gesammelt worden. Mit seinem Freispruch dürfte sich diese Position noch weiter verfestigen.

Verklagt Kyle Rittenhouse nun die Medien?

Es bleibt ebenfalls abzuwarten, ob es weitere Rechtsstreitigkeiten geben wird. Und zwar zwischen Rittenhouse und diversen Medienanstalten. Diese hatten ihn immer wieder als “White supremacist” bezeichnet und unterstellt aus rassistischer Motivation heraus geschossen zu haben.

Zwar waren alle drei Opfer Teilnehmer von antifaschistischen und BLM Unruhen, doch keines der Opfer war dunkelhäutig. Ebenfalls war Rittenhouse keine Mitgliedschaft in einer entsprechenden Vereinigung nachzuweisen, die diese These stützen würde. Kyle Rittenhouse könnte damit erneut ein Zeichen setzen, indem er den Medien ihre Schranken aufzeigt und diese zu faktenbasierter und nicht zu emotional aufgeladener Berichterstattung zurück kehren.

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