Es ist bereits seit dem letzten Jahrhundert ein Kampfbegriff der immer wieder für Verwirrung und Diskussionen führt. Die “Vereinigten Staaten von Europa”. Die Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP will diese Vision nun weiter voran bringen. Man arbeitet also gezielt an der Abschaffung der Nationalstaaten.

Bereits in den 1920er Jahren machte der Begriff auf sich aufmerksam. Die “Vereinigten Staaten von Europa” oder auch gerne als “Paneuropa” bezeichnet sollten im Groben das Gebiet der heutigen EU und der europäischen Kolonien umfassen. Entsprungen ist diese Idee Richard Coudenhove-Kalergi, in manchen Kreisen wird dies auch als so genannter “Kalergi-Plan” bezeichnet.

Durch den zweiten Weltkrieg war das angedachte Projekt in der Versenkung verschwunden, doch im Koalitionsvertrag der Ampelkoalition kommt es wieder zum Vorschein. Die Bundesregierung will sich für einen verfassungsgebenden europäischen Konvent stark machen. Das Ziel ist die Weiterentwicklung der EU “zu einem föderalen europäischen Bundesstaat”.

Die neue Bunderegierung hat also nichts anderes vor, als den Nationalstaat in seinem klassischen Dasein abzuschaffen. Die meisten Bürgerinnen und Bürger, die den Koalitionsvertrg vermutlich niemals gelesen haben, werden mit diesem Vorhaben ganz und gar nicht enverstanden sein.

Allerdings ist diese Entwicklung nicht weiter überraschend. Es vergeht kein Tag an dem Vertreter der neuen Bundesregierung nicht davon schwärmen, was sie für tolle europäische Politik machen, allen voran Außenministerin Annalena Baerbock. Auf nahezu jedem Auslandsbesuch berichtet sie in der Manier eines Oberlehrers von der “europäischen Idee”. Doch stößt das bei den wenigsten europäischen Partnern auf Gegenliebe. Die Bundesregierung hat auch hier, wie bei so vielem, einen Denkfehler.

Gerade die deutsche Nachkriegspolitik hat sich die “europäische Idee” auf die Fahne geschrieben, völlig gleich, welches Parteibuch die Politiker inne hatten. Stück für Stück entfernte man sich von dem Gedanken des Vaterlands und des Nationalstaates. Der Rest von Europa hat diese negativ Entwicklung allerdings nicht durchlaufen und hält an beidem nach wie vor fest.

Die Idee eines europäischen Superstaates dürfte in den wenigsten Ländern Europas auf Gegenliebe stoßen. Gerade in den südeuropäischen und osteuropäischen Ländern, in denen es noch jede Menge Nationalstolz und Vaterlandsliebe gibt, ist so eine Idee absolut nicht mehrheitsfähig.

Wir als Deutsche sehen aber, in welche Richtung die Bundesregierung mt unserem Land steuern will. In Wahlkämpfen hat man von diesem Thema kein Wort gehört, auch nicht in den großen Reden zum Amtsantritt des Kanzlers und seiner Minister. Solch ein alles änderndes Projekt wird still und heimlich in einem 178 Seiten Pamphlet “versteckt” und ohne weitere Zustimmung des Volkes in die Wege geleitet.

4 Gedanken zu „Kommen die “Vereinigten Staaten von Europa”?“
  1. Hallo, wo im Koalitionsvertrag steht der Begriff “Vereinigte Staaten von Europa”. Ich konnte weder beim Überfliegen noch mit der Suchfunktion diese Formulierung finden.

    1. Hallo Doreen, vielen Dank für Deine Frage. Du findest diesen Punkt im Koalitionsvertrag auf der pdf-Seite 132 bzw. im Vertrag auf der Seite 131, unter der Rubrik “Europa”, Zitat aus dem Vertrag: “…Die Konferenz sollte in einem verfassungsgebenden Konvent münden und zur Weiterentwicklung zu einem föderalem europäischem Bundesstaat führen”, Grüße

  2. Zum Einen ist dies eine nicht nachgewiesene Behauptung des Redakteurs (ansonsten bitte genaue Angaben, wo Sie den Passus im Koalitionsvertrag vermuten), zum anderen wäre an der Idee nichts schlechtes, es hätte auch viele Vorteile! Nationalistisches Gedankengut ist ein Relikt aus vergangenen Zeiten.

    1. Hallo Frank, das ist im Koalitionsvertrag auf Seite 131, bzw auf der pdf-Seite 132 vermerkt. Im Kommentar oben ist das entsprechende Zitat. Zum zweiten Satz: Da hast du recht, es gibt viele Vorteile. Allerdings sollten auch die Nachteile analysiert und auch offen thematisiert werden. Hier gibt es, je nach Standpunkt, sicher Nachholbedarf. Dann kann sich jeder seine Meinung bilden, Grüße

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