Die Forderungen des ZDF-Mannes Jan Böhmermann nehmen immer autoritärere Züge an. Er fordert ganz offen ein Auftrittsverbot im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Betroffen von seiner Forderung sind alle, die eine abweichende Meinung zur Corona-Politik der Regierung haben.

Das ist leider keine Satire. Am Samstag gab es eine Podiumsdisskussion der Wochenzeitung “Die Zeit”. Gastgeber war der Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo. Mit-Teilnehmer war auch Böhmermann-Kollege Markus Lanz. Thema war die Corona-Berichterstattung und die Macht und Ohnmacht des politischen Journalismus. Auf den ersten Blick keine Runde für eine hitzige Diskussion.

Im Laufe des Abends steigert sich Böhmermann immer mehr in das Thema rein. Dann greift er seinen Kollegen vom ZDF, Markus Lanz direkt an. Grund war, dass Lanz neben Drosten auch Hendrik Streeck und Alexander Kekule in seine Talkshow eingeladen hatte. Streeck und Kekule vertraten dabei eine andere wissenschaftliche Meinung als Drosten. Dies passte Böhmermann nicht. Er war der Meinung, dass dies fachlich gesehen keine gute Idee war, da beide keine Ahnung und damit keine Bühne verdient hätten. Dann unterstellte er den ganz konkret menschenfeindliche Positionen ohne dies näher begründen zu können. Er fragte recht unverhohlen, warum man auch die andere Seite zeigen müsse. Dabei glaubte er, dass man die “andere Seite” nur zeigt, weil man glaubt diese zeigen zu müssen. Offensichtlich ist ihm nicht bekannt, dass dies im Wissenschaftsjournalismus normal ist. Damit sich der Zuschauer ein möglichst vollständiges Bild machen kann. Häufig ändert sich auch die wissenschaftliche Meinung und eine vormalige Minderheitsmeinung wird in den Fachkreisen zur Mehrheitsmeinung.

Nicht thematisiert wurde wie so häufig, was nun eine Mehrheitsmeinung ist. Wie viel Prozent Zustimmung muss sie in den entsprechenden Fachkreisen haben? Das Gleiche gilt für die Minderheitsmeinung.

Als Lanz nachfragte, damit der ZDF-Satiriker konkretisiert, entgegnete Böhmermann lediglich nebulös und säte Zweifel an der Kompetenz von Streeck und Kekule.

Wohlgemerkt, Hendrik Streek ist Direktor des Instituts für Virologie an der Uni Bonn und Alexander Kekule hat den Lehrstuhl für medizinische Mikrobiologie und Virologie in Halle. Was Böhmermann befähigt, die beiden Fachleute in Frage zu stellen ist eher Selbstüberschätzung und Anmaßung.
Selbst hat Böhmermann Geschichte-, Soziologie und Theater- Film und Fernsehwischenaften studiert und abgebrochen.

ZDF-Mann Böhmermann war an dem Abend wie immer kämpferisch und überzeugte weniger mit Fakten. Er forderte direkt den Bürgen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen Informationen vorzuenthalten. Er hält es offenbar für klüger, dem Bürger die fertige Meinung zu servieren, die dieser unkritisch zu konsumieren hat. Ein irres Bild des ZDF-Mannes, der in der vom Bürger bezahlten Fernsehanstalt arbeitet.

Eine merkwürdig seltsame Einstellung eines Mannes vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Es bestätigt aber auch seine fragwürdige Methoden bei seiner eigenen journalistische Arbeit, insbesondere dann, wenn vorliegenden Fakten nicht seine Meinung bestätigen.

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