Die Preise in Deutschland sind aktuell mit +2,5% so stark wie seit 10 Jahren nicht mehr gestiegen (Schätzung Statistisches Bundesamt). Für die zweite Jahreshälfte werden derzeit Inflationswerte von 4% und mehr als möglich gehalten. Sicher ist das auch auf einen statistischen Basiseffekt zurückzuführen. So sind z.B. im Vorjahr viele Preise wie die für Energie und Rohstoffe krisenbedingt gefallen. Es spielen auch temporäre Effekte eine Rolle, wie z.B. Nachholbedarfe nach den politisch verordneten Lockdowns oder die Reduzierung der Mehrwertsteuersätze im zweiten Halbjahr 2020.

Momentan wird jedoch von Seiten der Ökonomen, der EZB und der unkritischen Presse die Gefahr einer sich verstetigenden Inflation als deutlich zu niedrig dargestellt um das Volk in falscher Sicherheit zu wiegen.
Eine Inflation kennt viele Verlierer, wie beispielsweise die Besitzer von Geldvermögen, Lebensversicherungen, Bausparverträgen. Aber auch Rentner, Beamte und Angestellte, da normalerweise die Gehaltssteigerungen den Inflationsraten hinterherhinken.

Die Voraussetzung für deutliche höhere Inflationsraten wurden durch die lockere Geldpolitik in den vergangen Jahren geschaffen. Dies ermöglicht einerseits rekordhohe Geldvermögen (z.B. in Deutschland 6,7 Billionen EUR, davon ca. 40 % in Bargeld und Einlagen, Quelle: Deutsche Bundesbank). Andererseits führte dies zu Minimalzinsen, welche sonst nicht tragfähige Staatsschulden und unsolides Wirtschaften in den europäischen Demokratien ermöglichten. So stieg etwa die Schuldenquoten von Italien auf über 155%, in Spanien auf ca. 115%, oder in Frankreich auf 115%, in Griechenland sind es nun auch wieder über 200%.
Eine Erhöhung der Leitzinsen hätte unter diesen Umständen katastrophale Auswirkungen auf diese Länder, von dadurch notwendigen extremen Sparprogrammen oder hin bis zum Bankrott. Für eine Eindämmung einer sich verstetigenden Inflation wäre dies jedoch notwendig. Damit sind der EZB die Hände gebunden.
Wenn nun dieses Geldvermögen in Bewegung gesetzt wird, und im Wirtschaftskreislauf beginnt zu zirkulieren, z.B. durch erhöhte Inflationserwartungen und negativen Realzins, wird dies ungekannte Folgen auf die Geldwertstabilität und das Vertrauen in das System haben.

Weitere inflationstreibende Faktoren sind noch nicht in den Märkten angekommen, hierzu zählt das Konjunkturpaket von 2 Billionen USD in den USA durch die linksgerichtete Biden-Regierung oder die Konjunkturpakete der EU von 750 Mrd. EUR, welche erst noch anlaufen.

Dass sich die Inflation verstetigt zeigt auch ein Blick auf den Chart von Kupfer. Kupfer gilt an den Finanzmärkten als der Indikator für die Konjunktur, aber eben auch für die Inflation. Momentan erholen sich die Volkswirtschaften noch von den Lockdowns, doch der Kupfer Preis ist von seinem Tiefpunkt im ersten Quartal 2020 von 4,8 TEUR/Tonne auf ein Rekordhoch von über 10 TEUR/Tonne gestiegen. Damit ist Kupfer so teuer wie noch nie zuvor.

Es bleibt weiterhin spannend, das Ergebnis eines historisch einmaligen Experiments ist weiterhin offen, aber die Aussichten verdüstern sich derzeit.

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