Nachdem die Inflationsrate im Januar minimal zurück ging, steig sie im Februar auf 5,1 Prozent an. Haupttreiber für die explodierenden Preise sind nach wie vor die hohen Energiekosten. Der Konflikt in der Ukraine dürfte die Situation noch weiter verschärfen.

Um knapp 5,1 Prozent schätzt das Statistische Bundesamt die Teuerungsrate für den Februar ein. Eine deutliche Steigerung zum Vorjahresmonat. Preistreiber waren wieder einmal die Preise für Strom, Gas und Sprit. Hier gab es eine Verteuerung von 22,5 Prozent im Vergleich zum Februar 2021. Eine Ende ist nicht in Sicht, der Ukraine Konflikt könnte sich zu einem weiteren Preistreiber entwickeln.

Erst gestern veröffentlichte der ADAC, dass die Spritpreise am 28.02.2022 so hoch wie nie zuvor waren. Ein Liter E10 kostete im Tageschdurchschnitt 1,816 Euro, der Liter Diesel mittlerweile schon 1,737 Euro. Steigende Kosten für Privatpersonen und Firmen, die viele an den Rand der Existenz bringen. Gestiegene Transportkosten werden auf die Endkunden umgelegt, das treibt auch die Preise für Waren immer weiter in die Höhe.

Die Bundesregierung sieht dem Ganzen leider vom Spielfeldrand aus zu. Kurzfristig war von einer kleinen Sonderzahlung die Rede um die Bürger zu entlasten. Erhalten sollte sie aber nur jemand der Kinder hat. Reiche sollten davon nicht profitieren und die Sonderzahlung erhalten, man wolle den “kleinen Mann” stärken. Kinder-Sofortzuschlag sollte das Ganze getauft werden. So zumindest die Fantasien von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck. Als ob reichere Menschen keine Kinder haben könnten. Der Vorschlag ist jetzt in der täglichen Ukraine Kriegsberichterstattung kein öffentliches Thema mehr. Gut für die Regierung, das Thema wurde wieder einmal einfach ausgesessen.

Aktiv bekämpft der polnische Staat aktuell die Lage. Auch hier stieg die Inflation in den letzten Monaten stark an. Hier wurde nun die Mehrwertsteuer für Sprit von 23 auf 8 Prozent gesenkt. Die Mehrwertsteuer auf Lebensmittel wurde sogar komplett abgeschafft. Der Zustand soll nun ein halbes Jahr anhalten.

Normalerweise bedarf es der Zustimmung der EU für eine solche Senkung der Mehrwertsteuer. Polens Präsident Morawiecki sagte dazu bereits im Januar: “Ich will das machen, weil mich vielmehr die Meinung der Polen in Orten wie Gorlice, Szczecinek, Elk, Rawicz oder Siedlce interessiert als die der europäischen Bürokraten in Brüssel oder Berlin. Auch wenn so eine Genehmigung notwendig ist – ich will real gegen die Inflation kämpfen und nicht ironisch…”.

Eine der Folgen ist nun, dass der Tanktourismus in den Grenzgebieten zu Polen noch weiter zugenommen hat als vor der Senkung der Mehrwertsteuer. Die Bundesregierung muss sich anhand ihrer Entscheidungen nicht wundern, dass die Deutschen ihr Geld lieber im Ausland ausgeben anstatt in den heimischen Wirtschaftskreislauf zu stecken. Polens Regierung hat vorgemacht wie man aktiv Politik für das eigene Volk betreibt. Berlin könnte sich hiervon eine Scheib abschneiden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.