Der Krieg in der Ukraine fordert immer mehr Todesopfer und spitzt sich weltweit mit jedem weiteren Tag zu. Befürchtungen über eine Ausweitung der Kampfhandlungen über die Ukrainischen Grenzen hinaus werden lauter. In dieser emotionalen Ausnahmesituation, unterstützt durch die konfliktschürende Berichterstattung der Mainstream-Medien, werden zunehmend in anderen Ländern lebende Russen angefeindet.

Russische Medien werden von dem Digitalkonzern Meta gesperrt. Das betrifft unter anderem die Plattformen Facebook und Whatsapp. Durch die monopolartige Stellung des Konzerns, greift diese Entscheidung massiv in die freie Meinungsbildung von Millionen Menschen weltweit ein. Viele weitere westliche Großkonzerne ziehen sich aus Russland zurück und beenden ihre Dienstleistungen und den Handel mit der Russischen Föderation. Doch neben den harten politischen und wirtschaftlichen Sanktionen westlicher Länder und Großkonzerne, trifft die Ablehnung der Russischen Invasion der Ukraine immer mehr russisch stämmige Menschen, welche weder in Russland leben, noch für den Konflikt verantwortlich gemacht werden können.

Ein CDU-naher Gastwirt aus dem Landkreis Rastatt machte Anfang der Woche bereits auf sich aufmerksam. Auf seiner Internetseite schrieb der Betreiber eines Restaurants aus Bietigheim (Baden), dass fortan bei ihm Besucher mit russischem Pass unerwünscht sind. Ähnliche Berichte häufen sich im gesamten Bundesgebiet. Auch die Badische Bäckerei Armbruster geriet in Kritik, als sie kürzlich ihre Filialen dazu aufforderte, das “Russisch” aus dem Produktangebot “Russischer Zupfkuchen” zu nehmen.

Doch nicht nur pauschale Ausgrenzungen russischstämmiger Menschen nehmen zu, auch einzelne Persönlichkeiten geraten zunehmend ins Visier. Nachdem die Menschen in der Bundesrepublik jahrzehntelang Toleranz vorgepredigt bekommen haben, scheint nach der tendenziösen Berichterstattung der Mainstream-Medien gegen Russland und Putin, davon nicht mehr allzu viel übrig zu sein. Viele Menschen lassen sich zu den Anfeindungen gegen Russen hinziehen und vergessen dabei, dass die einfachen Menschen aus Russland, egal ob in Deutschland oder in ihrer Heimat lebend, nicht für die militärischen Entscheidungen der Putin-Regierung verantwortlich sind.

Aktuell ist der Fall Gergiev medial präsent. Valery Gergiev war der langjährige Chefdirigent der Münchner Philharmoniker. Der 68-Jährige, russischstämmige Mann, war ein Vertrauter Putins. Demnach hatte Gergiev ein gutes Verhältnis zu Putin und seiner Regierung, eine Stellungnahme zum aktuell herrschenden Konflikt tätigte er bisher jedoch nicht. Allein sein Schweigen reichte jedoch, dass er nun keine Konzerte mehr dirigieren darf.

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter von der SPD äußerte sich deutlich zu Gergievs Schweigen: “Valery Gergiev hat sich trotz meiner Aufforderung, sich eindeutig und unmissverständlich von dem brutalen Angriffskrieg zu distanzieren, den Putin gegen die Ukraine und nun insbesondere auch gegen unsere Partnerstadt Kiew führt, nicht geäußert“.

Es fällt ein weiteres Mal auf, dass man es sich in der Bundesrepublik nicht einmal mehr erlauben darf, zu einem Thema zu schweigen, sondern dass man aktiv dazu gezwungen wird, die öffentliche Meinung mitzutragen. Der drohende Jobverlust sorgt dafür, dass viele Menschen in Deutschland sich nicht mehr trauen, ihre Meinung frei zu Äußern. Dass einem mittlerweile bereits existenzielle Probleme drohen, wenn man zu einem Thema einfach nur Schweigt, ist sehr fragwürdig unter der fast schon religiösen Toleranzbesessenheit in der Bundesrepublik.

Aufgrund der sehr emotionalen Debatte rund um den Ukraine Konflikt, möchte die Redaktion von Deutschland Aktuell auch hier noch einmal klarstellen, dass wir uns auf keine Seite schlagen möchten. Beide Seiten sind an der Eskalation der Lage beteiligt und wir wünschen den Menschen aus beiden Ländern Frieden und Selbstbestimmung.

Doch man darf dabei nicht vergessen, dass der einzelne in Deutschland lebende Russe nicht für die politischen und militärischen Entscheidungen der Russischen Föderation verantwortlich gemacht werden darf. In der Regel sind es besonders wir einfachen Bürger, welche am wenigsten von einem Krieg profitieren und am meisten Leid in einem Konfliktfall zu tragen haben.

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