Mittlerweile haben sich die Wassermassen an einigen Stellen wieder zurück gezogen und das Ausmaß der Verwüstung wird sichtbar. Die Zahl der Toten hat sich bereits auf über 150 erhöht. Noch immer werden über tausend Menschen vermisst, die Rettungskräfte vor Ort rechnen damit, dass sich die Zahl der Toten in den nächsten Tagen noch erhöhen wird.

Doch nachdem der erste Schock überwunden wurde kommen nun die Fragen auf, die man sich immer erst nach solch einer Katastrophe stellt, dann wenn es leider schon zu spät ist.

Sind die Schäden durch die Versicherungen abgedeckt?

Erste Bürger haben von ihrer Versicherung bereits mitgeteilt bekommen, dass die Schäden nicht abgedeckt seien. Damit steht man nicht nur vor der Zerstörung des eigenen Zuhause und aller Wertsachen, man ist auch noch wirtschaftlich ruiniert und fühlt sich im Stich gelassen.

Wann kommen die versprochenen Soforthilfen bei den Bürgern an?

Aktuell ist bei der deutschen Bevölkerung eine riesige Bereitschaft zum Spenden vorhanden. Vor allem private Spender organisieren sich, spenden Nahrungsmittel, Kleidung, Kraftstoff. Einige von ihnen helfen direkt in den Krisengebieten bei den Aufräumarbeiten. Finanzminister und SPD Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat eine Soforthilfe von 300 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Wenn diese Soforthilfen eine ähnliche Bearbeitungszeit haben wie sie bei der Corona Krise hatten, dann müssen die Bürger sehr lange warten. Zumal der Betrag angesichts des Ausmaßes der Zerstörung nahezu verschwindend gering ausfällt.

Haben die Sicherheitsinstrumente versagt?

Die schlimmste Frage die sich stellt ist die ob sich das Unglück hätte verhindern lassen. War die Infrastruktur im richtigen Zustand? Gab es ausreichend Rettungskräfte? Hatten diese Rettungskräfte die richtige Ausrüstung? Wurden die Bürger frühzeitig und auch mit der nötigen Ernsthaftigkeit gewarnt und aufgefordert ihre Häuser zu verlassen? Wurden aufgedeckte Fehler beim bundesweiten Warntag am 10. September 2020 lückenlos beseitigt?

Auf viele dieser Fragen haben bereits viele Bürger eine klare Antwort gegeben. Es gab stellenweise keine frühzeitige Warnung und wenn, dann wurde diese nur halbherzig übermittelt. Stellenweise schiebt man sogar den Bürgern die Schuld in die Schuhe, etwa dass nur zehn Prozent der Bevölkerung die WarnApps NINA und KATWARN installiert haben. Hier gibt der Staat seine Verantwortung an die Bürger weiter. Eine schleichende Entwicklung seit Jahren, die sich nun bitter gerächt hat. Gerade ältere Menschen, die kein Smartphone besitzen, sind damit hilflos.

Die Ermittlungen zu diesen Umständen dauern weiter an, was definitiv zurück bleiben wird sind mehr als 150 Tote, aktuell über 1000 Vermisste und tausende zerstörte Existenzen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.