Seit Monaten steigen in der Europäischen Union die Preise. Die EZB sprach zuerst von einem “vorübergehenden Problem”. Später stellte man fest, dass man sich geirrt hatte, das Problem wird nicht so schnell von alleine verschwinden. Jetzt begrüßt EZB Chefin Lagarde die steigenden Preise sogar.

Während die Verbraucher in der Europäischen Union mit den stark gestiegenen Preisen täglich kämpfen müssen, sieht man die Lage bei der EZB noch weitesgehend entspannt. Zwar wurde noch vor kurzem in Aussicht gestellt, dass man darüber nachdenkt den Leitzins zu erhöhen, damit man die steigende Inflation bekämpft, doch umgesetzt wurde bislang nichts. Man will nicht die sich wieder erholende Wirtschaft ausbremsen. Bei höheren Zinsen würde die Investitionsbereitschaft sinken.

Im Dezember 21 erreichte man 5,0 % und im Januar 22 sogar 5,1 % Inflation. Bei gleichbeibender Entwicklung dürfte man dieses Jahr weit über das von der EZB vorgegebene Ziel hinaus schießen. Trotzdem sieht man in der EZB keinen dringenden Anlass dieser Entwicklung entgegen zu wirken. Das selbst erklärte Inflationsziel der EZB liegt bei gerade einmal 2,0 %.

Der hauptsächliche Grund für die extremen Preisanstiege sind derzeit immer noch die Energiepreise. Diese machen rund die Hälfte der Inflation aus. Jeder Bürger merkt diese Preisanstiege aktuell am eigenen Leib. Sei es bei Auffüllen des Heizöls nach der letzten Heizperiode oder an der Zapfsäule an der Tankstelle. Die Preise explodieren geradezu.

Für Lagarde ist diese Entwicklung für die Bürger zwar “hart”, jedoch sieht sie in den steigenden Energiepreisen vor allem eine Chance. In Brüssel gibt es ein neues politisches Schlagwort: die Greenflation.

Steigende Energiepreise sollen die Bürger dazu ermutigen den fossilen Brennstoffen den Rücken zu kehren und in erneuerbare Energien zu investieren. Frei nach dem Motto, dass man die Preise eben so hoch ansetzt, dass man gezwungen wird sich Alternativen zu suchen.

Die Preise ziehen ja aber nicht nur im Energiesektor an, sondern in allen Bereichen. Während die Lohnentwicklung in den meisten Fällen stagniert bzw. von der Inflation locker geschluckt wird. Wie soll es einem normalen, durchschnittlichen Bürger hier noch möglich sein eventuell zehntausende Euro in erneuerbare Energien zu stecken? Das würde z.B. eine neue Heizung, Solarpanele auf dem Dach und ein E-Auto vor der Garage bedeuten. Es dürfte kaum einem Bürger möglich sein, das “einfach so” anzuschaffen.

Auch die EZB Chefin hat längst verlernt sich in die Situation von anderen Menschen hinein zu denken. Wer selbst nicht mit den Problemen der Kostenexplosion konfrontiert ist, der sollte nicht in einer Position sitzen in der Entscheidungen für Millionen von Menschen getroffen werden. In der “Greenflation” sehen Menschen wie Lagarde nur die Möglichkeit den politisch gewollten Klimaschutz zu nutzen, damit Milliarden von Euro investiert werden, das treibt die Wirtschaft weiter an, egal ob es für die Umwelt und das Klima sinnvolle Investitionen sind.

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