Der Krieg in der Ukraine wirkt sich auf unterschiedlichste Weise auch auf den Rest Europas aus. In naher Zukunft wird das auch beim Einkauf immer deutlicher werden, wenn nämlich die Preise für Getreide und Getreideerzeugnisse massiv steigen. Der Getreidemangel könnte im Vergleich zum Jahr 2015 zu einer weiteren, noch gravierenderen Migrationsbewegung aus Afrika nach Europa führen.

Die Ukraine wird nicht umsonst als “Kornkammer Europas” bezeichnet. Die Schwarzerde-Böden des Landes gehören zu den weltweit ertragreichsten Ackerböden. Dementsprechend viel Getreide wird vor Ort angebaut und in die ganze Welt exportiert. Nicht nur Europa ist von der ukrainischen Getreideproduktion abhängig, auch viele afrikanische Länder sind auf den Import von ukrainischem Getreide angewisen.

Der herrschende Konflikt sorgt aktuell jedoch dafür, dass die ukrainische Getreideproduktion ins Stocken kommt. Erdgas ist unerlässlich für die Herstellung von Ammoniak, welches als Rohstoff für Dünger dient. Auch andere Rohstoffe, wie Stickstoff, Phosphat und Kali, sind wichtig für die Düngemittel Herstellung. Sie werden zu großen Teilen in der Russischen Föderation produziert. Der Krieg führt zu gestörten Handelswegen, wodurch es zu einem Mangel an Rohstoffen kommt. Dies führt zu einem Mangel an Dünger, welcher in einem enormen Preisanstieg resultiert. Ein Großteil der ukrainischen Bauern können sich derzeit nicht mehr genügend Dünger leisten, wodurch es zu deutlich niedrigeren Erträgen kommt.

Besonders Afrika und Südamerika sind von ukrainischem Getreide abhängig, um den Nahrungsmittelbedarf zu decken. Bricht der Getreideimport ein, kommt es zu Hungersnöten. Besonders viele Afrikaner könnten dies erneut als Anstoß nehmen, sich auf den Weg nach Europa zu machen. Es droht eine Migrationsbewegung aus Afrika nach Europa, welche die Flüchtlingskrise von 2015 um ein Vielfaches übersteigen könnte.

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