Am 15. Januar wurde der Genesenenstatus durch das Robert Koch-Institut (RKI) auf drei Monate verkürzt. Während der Status im Bundestag weiterhin sechs Monate gültig war, verloren viele Menschen die Möglichkeit, Restaurants zu besuchen oder einkaufen zu gehen. Ein Gericht erklärte diese Verkürzung nun als rechtswidrig.

Die Verkürzung des Genesenenstatus durch das RKI ist, besonders mit Blick auf die im Bundestag weiterhin geltenden sechs Monate, hoch umstritten. Berliner Richter erklärten die Verkürzung nun als rechtswidrig. Dem RKI als Bundesbehörde die Entscheidung zu überlassen, bei wem von einer ausreichenden Immunisierung auszugehen ist, würde die Grenzen der gesetzlichen Ermächtigung überschreiten. Das Gericht habe sich dementsprechend nicht damit beschäftigt, ob eine entsprechende Verkürzung auf ausreichend wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht.

Andere Verwaltungsgerichte hatten bereits ähnlich geurteilt. Im bayerischen Ansbach und in Hamburg wurden vergleichbare Entscheidungen getroffen. In der Entscheidung zur beschlossenen Impfpflicht für Personal in Kliniken und Pflegeeinrichtungen, warf sogar das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe Zweifel auf, solche Einschätzungen einem Bundesinstitut zu überlassen.

Auf Bund- und Länderebene hat man sich bereits darauf geeinigt, dass entsprechende Einschätzungen zum Genesenenstatus nicht mehr dem RKI überlassen werden. In Zukunft sollen Entscheidungen über den Impf- und Genesenenstatus von einem breiter aufgestellten Komitee getroffen werden. Zusätzlich sollen die Länder wieder mehr eingebunden werden.

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