Gestern hatte ein Freiburger Gericht einen Mann zu sechs Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt. Dem Angeklagten wird vorgeworfen, zwei Mädchen in einem Zeitraum von drei Jahren mehr als 100 Mal sexuell Missbraucht zu haben.

Der geständige Angeklagte berichtete, er habe die zwei Mädchen, damals neun und zehn Jahre alt, immer wieder sexuell Missbraucht. 2020 wurden in Deutschland 16.686 Fälle von Kindesmisshandlungen polizeilich bekannt. Die Dunkelziffer ist laut Statistikunternehmen “Statista” wesentlich höher.

Bekannt gewordene Fälle sind seit 2009 stetig gestiegen und erreichten 2020 ihren traurigen Höhepunkt. In einer Studie der Bildzeitung von 2016 kommt jeder zweite Kinderschänder mit einer Bewährungsstrafe davon. Auch werden Straftaten wie Raub oder schwerer Diebstahl oft härter bestraft, als die Vergewaltigung eines Kindes.

Im Fall Freiburg hat die Staatsanwaltschaft, aufgrund der Schwere der Tat, für eine Sicherungsverwahrung plädiert. Das Gericht kam dem jedoch nicht nach.

Psychologen sehen den Mann nicht als gefährlichen Kinderschänder, bei dem die Gefahr einer Wiederholung besteht. Zudem zeigt der Angeklagte Reue und will im Gefängnis eine Therapie beginnen. Ob ein Mann, der nach eigenen Angaben über 100 Mal kleine Kinder missbraucht hat, der nur aufgehört hat weil er erwischt und angezeigt wurde, wirklich Reue zeigt, ist fragwürdig. Solch einen Mann als nicht Gefährlich einzustufen ist ein Schlag ins Gesicht der Opfer und deren Familien.

Das Gericht ist der Meinung, dass die Strafe von sechs Jahren und zehn Monaten gerechtfertigt ist. Die Folgen eines Missbrauches sind für die Opfer meist verheerend. Viele der Opfer werden durch den sexuellen Missbrauch in den Suizid getrieben und entwickeln schwere Depressionen, Alkohol- oder Drogensüchte. Eine Psychosomatische Therapie, die über viele Jahre geht und für die Opfer zwingend nötig ist um überhaupt mit dem Erlebten zurecht zu kommen, ist ein schwerer und langwieriger Weg.

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