Nach Ägypten reisten vor Corona jährlich mehr als 1,5 Millionen Deutsche. Doch sind sich die Touristen eigentlich den eingeschränkten Frauenrechten des nordafrikanischen Staates bewusst?

Lehrerin Aya Yousef hat in kürzester Zeit alles verloren. Auf einer Schifffahrt entlang des Nils tanzte die ägyptische Lehrerin mit langer Kleidung und einem Kopftuch verschleiert. Ein heimlich aufgenommenes und auf YouTube veröffentlichtes Video verbreitete sich durch die sozialen Netzwerke rasend schnell. Hier kommentierten in kürzester Zeit hunderte radikal konservative Ägypter. Die Kommentare waren voller Hass und Verachtung gegenüber der Lehrerin. 

“Zehn Minuten auf einem Schiff auf dem Nil haben mir mein Leben gekostet.” 

Die Grundschullehrerin unterrichtete im Gouvernement Dakahlija und wurde nach Veröffentlichung des Videos von ihrem Dienst fristlos gekündigt. Ihr Ehemann hatte sich kurz danach von ihr scheiden lassen. 

In einem Interview sagte die Frau, dass sie nie mehr in ihrem Leben tanzen möchte. Sie soll sogar an Selbstmord gedacht haben. Das Video wurde ohne ihre Erlaubnis veröffentlicht und soll sie offenbar diffamieren. Im Interview sagte die Lehrerin: “Zehn Minuten auf einem Schiff auf dem Nil haben mir mein Leben gekostet.” 

Ägypten ist bei deutschen Touristen aufgrund der preiswerten Urlaubskosten und einer gewissen Wettergarantie sehr beliebt. Doch kann es richtig sein, Geld in Länder zu pumpen, die Frauenrechte mit Füßen treten? Sind sich deutsche Touristen dessen überhaupt bewusst?

Zuerst gelesen auf: https://de.rt.com/

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