Die Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Svenja Schulze, hat im Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland an die Deutschen appelliert, ihren Fleischkonsum zu senken. So soll der sich androhenden globalen Hungersnot Einhalt geboten werden.

In offenbar fachlicher Unkenntnis forderte sie, dass Getreide zuallererst auf den Tisch gehöre. Mit der Aussage „ohne Umwege über den Futtertrog“ suggerierte sie, man könne das für Nutztiere bestimmte Getreide auch vorbei an Ställen und Weiden direkt in die Mühlen dieser Welt liefern, um daraus Brot herzustellen. Nun, man möge Frau Schulze ihre fachliche Unkenntnis nachsehen, schließlich ist sie als studierte Politikwissenschaftlerin nicht auf Agrarfragen spezialisiert. Dennoch dürfte man ein wenig Fachkompetenz voraussetzen, wenn man schon in aller Öffentlichkeit bestimmen möchte, was auf des Bürgers Teller liegen soll. Selbstverständlich ist das Nutztierfutter und das Getreide als dessen Basis, natürlich nicht zum menschlichen Verzehr geeignet.

Doch Frau Schulze geht sogar noch weiter und stellt eine konkrete Milchmädchenrechnung auf: „Wenn wir in Deutschland die Schweinefleischproduktion um 30 Prozent reduzieren würden, wäre eine Ackerfläche von einer Million Hektar frei – etwa einem Zehntel der Ackerfläche in Deutschland. Darauf könnte man fünf Millionen Tonnen Getreide anbauen.“ Frau Schulze ist demnach der Auffassung, jeder Boden sei für sämtliches Getreide nutzbar. Als ehemalige Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit ist das eine überraschend naive Einschätzung der Ressourcen eben jener Natur und Umwelt. Erwartungsgemäß erteilte Bauernpräsident, Joachim Rukwied, ihrer Forderungen eine Absage: „Diese Forderungen sind fachlich schlichtweg falsch. Futtergetreide wird meist in Regionen angebaut, in denen die Böden für den Anbau von Brotweizen häufig ungeeignet sind.“ Ebenso argumentiert auch Steffen Reiter vom Verband der Fleischwirtschaft.

Vielleicht hätte Frau Schulze während ihrer Amtszeit als Bundesumweltministerin eines der zahlreichen Gesprächsangebote des Bauernverbandes annehmen und ihr Wissen über die Agrarwirtschaft etwas auffrischen sollen, bevor sie derart substanzlose Forderungen kundtut.

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