Für über sieben Stunden waren am gestrigen Abend die sozialen Netzwerke Facebook, Instagram und WhatsApp nicht erreichbar. Alle Netzwerke gehören zu Facebook unter der Leitung von Mark Zuckerberg. Diesem bescherte der Absturz einen Milliardenschaden an der Börse. Alternative Medien waren die großen Gewinner.

Über 6 Milliarden Nutzer konnten gestern Abend weder die Internetseiten noch die Apps von Facebook, Instagram und WhatsApp nutzen. Grund für den Ausfall soll eine “fehlerhafte Konfigurations-Änderung an den Backbone Routern” gewesen sein. Die Störung soll keine Auswirkung auf die Nutzerdaten haben. Diese seien sicher.

Ein Team musste einen manuellen Neustart der Router vornehmen. Bis in die späten Abendstunden, deutscher Zeit, waren die Dienste nicht erreichbar. Einen Hackerangriff hatte Facebook bereits ausgeschlossen.

Whistleblowerin Frances Haugen vor US Senat

„Fast niemand außerhalb von Facebook weiß, was innerhalb von Facebook passiert.“ Frances Haugen, ehemalige Mitarbeiterin von Facebook, sieht ihren alten Arbeitgeber mittlerweile als Gefahr für die ganze Welt. So sagte sie vor dem US Senat aus, dass Facebook „eine der größten Bedrohungen für das amerikanische Volk, unsere Kinder und das Wohl unseres Landes und auch für Menschen und Nationen auf der ganzen Welt” sei.

Jeden Tag würde man “Gewinn über Sicherheit stellen”. Facebook würde die Nutzer täuschen, das würden die Dokumente, die sie weitergegeben hätte beweisen. Gerade die Sicherheit von Kindern würde nicht ernst genommen werden. So würden Minderjährige nicht ausreichend aufgeklärt werden, dass sie mit einem social media Konto auch Opfer von Cybermobbing werden können und wie sie sich in solch einem Fall verhalten sollen. Auch bei Verbreitung von Hetze und polarisierenden Botschaften würde Facebook nicht konsequent genug vorgehen.

Facebook Aktie stürzt ab

Für die Aktie von Facebook war gestern ebenfalls ein schwarzer Tag. An der Wall Street verlor sie gestern knapp 5 Prozent ihres Wertes. Das Unternehmen hat einen Marktwert, der kurz vor der eine Billion Dollar Grenze steht. Die angekündigten Enthüllungen von Haugen setzten dem Unternehmen schon erheblich zu, die Kurse sind weltweit an allen Handelsbörsen seit Wochen rückläufig.

Am Dienstag konnte die Aktie sich wieder leicht erholen. Ob es aktuell einen Seitwärtstrend gibt oder die Talfahrt weitergeht ist offen.

Mark Zuckerberg verlor laut Bloomberg am gestrigen Tage durch den Absturz knapp sechs Milliarden Dollar seines Vermögens.

Facebook dient aber nicht nur als Nachrichtenportal sondern vielen auch als Werbefläche. Der Schaden für werbetreibende Firmen während des Ausfalls schätzt Wladimir Kalugin von der IT Firma Group-IB auf 582,4 Millionen US-Dollar. Ob und wie diese Firmen entschädigt werden ist noch völlig offen.

Twitter, Telegram, Signal und Threema gewinnen an Nutzern und Klicks

Durch den Ausfall sämtlicher Facebook Dienste konnten andere Anbieter wie Twitter, Telegram, Signal oder Threema neue Nutzer gewinnen bzw. am gestrigen Abend deutlich höhere Klickzahlen verbuchen. Alle Dienste waren den ganzen Abend über stabil.

Der Ausfall wirft auch Fragen auf, ob Facebook eine zu große Monopolstellung besitzt.

Facebook auch in Deutschland schon länger in der Kritik

Gerade von der politischen Opposition, sowohl innerhalb als auch außerhalb der deutschen Parlamente, wird Facebook schon seit längerer Zeit kritisiert. So mischt sich Facebook immer wieder in die freie Meinungsäußerung ein. Mittlerweile ist jeder Beitrag zum Thema Corona mit einem Hinweis versehen, dass man keine Falschmeldungen verbreiten soll. Bei Beiträgen von RT DE gibt es bei jedem neuen Bericht den Hinweis “staatlich kontrollierte Medien (Russland).

Beiträge werden oftmals willkürlich gelöscht und Konten gesperrt, weil die Nutzer einer vermeintlich falschen Partei angehören, die z.B. die politische Führung in der Bundesrepublik kritisieren. So wurden kurz vor der Bundestagswahl z.B. Accounts und Beiträge von Politikern der Partei “dieBasis” ohne Vorwarnung entfernt. Mit dieser Maßnahme griff Facebook direkt in den deutschen Bundestagswahlkampf ein. Die Partei ist mittlerweile in der Wahlkampfkostenerstattung, da sie mehr als ein Prozent der Stimmen erreichen konnte. Es ist nicht ausgeschlossen, dass man über die Mobilisierung in den sozialen Netzwerken ein noch besseres Ergebnis hätte erreichen können.

Als weiteres Beispiel der jüngsten Vergangenheit zählen auch die Facebook Seiten der “Querdenken” Bewegung. Auch diese wurden vor kurzem gelöscht. Man kann über die Inhalte streiten, aber solange es keine strafrechtliche Relevanz gibt muss ein freier Meinungsaustausch immer gewährleistet werden.

Alternative Medien stärken und verbreiten

Der gestrige Ausfall von Facebook, aber auch das Verhalten der Firma aufgrund ihrer Monopolstellung, zeigt uns einmal mehr wie wichtig es ist sich seine Informationen auch bei alternativen Medien zu holen und diese auch größtmöglich zu verbreiten.

Solange es Plattformen wie eben Facebook oder Twitter es erlauben, dass kritische Beiträge bei ihnen veröffentlicht werden, so lange sollte man davon auch Gebrauch machen. Auf diesen Plattformen erreicht man in relativ kurzer Zeit eine große Anzahl an Lesern. Man muss sich im Klaren darüber sein, dass man auf den großen Plattformen nur “zu Gast” ist und jeden Tag gelöscht werden kann.

Darum sollte man sich schon vom ersten Tag an Gedanken machen, zusätzliche Verbreitungsmöglichkeiten zu nutzen. Ob man dabei Telegram, Threema, Signal, einen eigenen WhatsApp Verteiler oder einen klassischen Verteiler via E-Mail nutzt ist völlig unerheblich. Wichtig ist, dass die Informationen massenhaft geteilt werden und maximal viele Bürgerinnen und Bürger erreichen.

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