In England fehlen bis zu 100.000 LKW-Fahrer. Nun steigen die Gehälter für englische Fahrer in der Spitze auf umgerechnet bis zu 7.500 EUR im Monat. Ein Ende ist derzeit noch nicht absehbar.

In Großbritannien herrscht ein ausgesprochener Fachkräftemangel für LKW-Fahrer. Dies macht sich bereits beim Einkaufen durch leere Regale oder beim Tanken in Form von Spritmangel bemerkbar.

Bedingt durch, mit dem Brexit verbundenen, Neuregelungen haben viele ausländische Fahrer das Land verlassen.

So die gängige Erklärung. Aber nicht nur. Auch Nachholeffekte durch Öffnungen nach der Corona-Pandemie führen zu einem vermehrten Gütertransport und damit Mehrarbeit für die Fahrer. Mittlerweile herrscht auch in Deutschland und dem übrigen Festland Europas ein Fahrermangel. In der Logistikbranche wird gar von der Gefahr des “Absaufens” von ganzen Logistik-Netzwerken berichtet. Das bedeutet, dass keine Ware mehr von den Kunden abgeholt werden kann, da die Umschlag-Lager prall gefüllt sind.

Die im restlichen Europa wenig beachtete Kehrseite der Medaille sind die neuerdings enormen Lohnsteigerungen für englische Lastkraftfahrer. So kann ein Fahrer in der Spitze bis zu 7.500 EUR im Monat verdienen, so viel wie ein Rechtsanwalt, oder mehr als doppelt so viel wie der Durschnitt der Bevölkerung. Das entspricht mehr als einer Lohn-Verdoppelung oder Lohnsteigerung um mehr als sage und schreibe 100%.

Diese Lohnsteigerung ist zwar nicht die Regel, aber Jahresgehälter von 50.000 EUR (4.200 EUR im Monat) sind keine Seltenheit auf der Insel. Sicher bekommt man den Lohn weiterhin nicht geschenkt, Großbritannien schafft es auf diese Weise jedoch die Anerkennung und Attraktivität dieses Berufszweiges deutlich zu steigern.

Dabei können die Briten weiterhin auf die Unterstützung ihrer Regierung und ihres Präsidenten, Boris Johnson, zählen. Er möchte lediglich Kurzzeitvisa vergeben, um den Fahrermangel zu beheben. Diese werden derzeit kaum angenommen und es dauert zu lange bis entsprechend viele Fahrer ausgebildet sind.

Die Weihnachtsgeschenke dürften in einigen englischen Familien dieses Jahr etwas größer ausfallen, sofern sie geliefert werden können.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.