Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck reiste am Wochenende nach Katar. Dort wollte er Energiepartnerschaften schließen. Nun vermeldet er erste Erfolge bei den Verhandlungen. Diese werfen allerdings mehr Fragen auf, als sie Antworten liefern.

Durch den Krieg in der Ukraine zeigt sich für die bundesrepublikanischen Politiker, was von vielen Seiten seit Jahren schon bemängelt wird. Die Bundesrepublik Deutschland ist von zu vielen Ländern abhängig und im Zweifel kaum selbst handlungsfähig. Das zeigt sich jetzt vor allem in der Abhängigkeit von russischen Energieträgern.

Knapp 200 Millionen Euro überweist Deutschland täglich an russische Firmen für die Lieferung von Öl, Erdgas und Kohle. Kritiker unterstellen der Bundesregierung hierbei, dass sie damit den Krieg gegen die Ukraine finanziell unterstützt und damit in die Länge zieht. Es wird ein Energieembargo gegen Russland gefordert, ohne Rücksicht auf Verluste bei der eigenen Bevölkerung. Die Forderer haben ihre Schäfchen schon lange im Trockenen, daher ist es einfach entsprechende Forderungen zu stellen. Man mag die Bundesregierung für vieles zu Recht kritisieren, ihre Haltung in dieser Thematik ist momentan allerdigs richtig.

Aufgrund eines fremden Konfliktes dürfen wir nicht riskieren, dass unsere heimische Wirtschaft schwächelt, hunderttausende Menschen arbeitslos werden, Firmen aufgrund massiv gestiegener Kosten pleite gehen oder dass Familien in der kalten Jahreszeit frieren müssen, weil keine fossilen Energieträger in ausreichender Menge vorhanden sind.

Nun bandelt der Wirtschaftsminister allerdings mit einem weiteren fraglichen Handelspartner an. Nämlich mit Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Beide dafür bekannt, relativ wenig von der Demokratie und den westlichen Ländern und ihrer Werte zu halten. Mit den Menschenrechten nimmt man es dort ebenfalls nicht ganz so genau. Unter anderem starben für die Weltmeisterschaft in Katar nach aktuellen Angaben knapp 15.000 Menschen auf den Baustellen für die neuen Fußballstadien.

Zudem sind beide Staaten streng muslimisch. Gerade Katar wirft man vor durch die Einnahmen aus dem Energieträgergeschäft islamistische Terrorgruppen wie die Taliban zu unterstützen.

Während der Flüchtlingskrise 2015 und 2016 nahm keines der beiden Länder Flüchtlinge auf, obwohl sie in der Krisenregion aneinander grenzen, kulturell kompatibel sind und über Milliarden an Mitteln verfügen.

Robert Habeck muss sich also völlig zu Recht die Fragen gefallen lassen, mit wem er hier Geschäfte machen möchte und ob er nicht vom Regen in die Traufe gerät. Er tauscht einen autoritären Geschäftspartner gegen einen anderen aus und macht sich nun von diesem wiederum abhängig. Auch wenn Habeck es so verkauft, dass beide Seiten von diesem Deal profitieren können, ist es ganz klar die Bundesrepublik die hier der Bittsteller ist.

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