Knapp jeder dritte Vollzeitarbeitnehmer in Deutschland wird später einmal eine niedrige Rente bekommen. Die Betroffenen hätten eine Nettorente von knapp 1.160 Euro.

Nach 45 Berufsjahren hätten die Arbeiter eine Bruttorente von knapp 1.300 Euro. Davon müssen sie im Alter dann noch ihre Kranken- und Pflegeversichrungsbeiträge bezahlen. Bei dieser Entwicklung droht der Republik eine Welle von Altersarmut ungeahnten Ausmaßes.

Es untergräbt das Vertrauen in die gesetzliche Rentenversicherung, wenn nach einem kompletten Arbeitsleben nur wenige hundert Euro über Hartz IV Niveau bleiben” argumentierte Dietmar Bartsch von der Partei DIE LINKE. Eine Anfrage seiner Partei an das Bundesarbeitsministerium brachte die katastrophalen Zustände ans Licht.

Dabei untergräbt es nicht das Vertrauen in die gesetzliche Rentenversicherung, die einen so genannten Generationenvertrag darstellt, sondern es untergräbt das Vertrauen in die hiesige Politik. Diese trägt mit Spaltung der Gesellschaft dazu bei, dass der Generationenvertrag nicht mehr eingehalten wird. Zudem sorgt ein familienfeindliches Umfeld dafür, dass es in Deutschland nicht genügend Nachwuchs gibt. Die gesetzliche Rente steht deswegen schon seit langer Zeit auf der Kippe. Kritiker warnen vor dieser Entwicklung bereits seit Jahren.

Das Bundesarbeitsministerium verweist in seiner Antwort noch darauf, dass in der Berechnung zukünftige Lohnerhöhungen noch nicht einberechnet seien. Vergessen wird, dass auch zukünftige Preissteigerungen noch nicht berücksichtigt sind. Dies hört sich eher nach einer Hinhaltetaktik an, dass doch alles nicht so schlimm kommen muss, wie es prognostiziert wird. Zusätzlich ist es eine Anspielung auf den geplanten Mindestlohn von 12 Euro.

Beim Mindestlohn wird allerdings nicht erwähnt, dass dieser, auf ideologischer Basis beschlossen, zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt kommt. Deutschland und Europa kämpfen derzeit mit vergleichsweise hohen Inflationsraten. Höhere Gehälter führen zu höheren Preisen für die Verbraucher, da die Arbeitgeber irgendwie wieder die gestiegenen Kosten erwirtschaften müssen. Diese Preisanpassung wird sehr schnell passieren, da sehr viele Betriebe durch die Corona Maßnahmen ihre Reserven aufgebraucht haben oder nur noch über kurzfristige Kredite weiter laufen.

Durch die dadurch gestiegenen Preise wird zum einen die Inflation weiter angeheizt und zum anderen bleiben den Arbeitern im Zweifel dadurch nicht einmal große Lohnsteigerungen im Geldbeutel übrig. Von einer privaten Altersvorsorge, um das Fiasko der gesetzlichen Rente privat abzufangen, ganz zu schweigen.

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