Am heutigen Silvestertag werden drei Atomkraftwerke in Deutschland stillgelegt. Deutschland bleibt also weiter bei seinem Alleingang mit dem Atomausstieg. Übereifrig beschlossen und bislang ohne nennenswerte Alternative.

Die Atomkraftwerke Brokdorf, Gundremmingen und Grohnde werden heute offiziell vom Netz genommen. Die drei Werke werden über die nächsten Jahre zurück gebaut. Angestellte haben noch über Jahre hinweg einen sicheren Job. Ein großes Problem wird die Entsorgung darstellen. Etliche zehntausend Tonnen Material können nicht entsorgt werden, sondern müssen zwischen- bzw. endgelagert werden. Dafür benötigt man wieder Kapazitäten.

Die insgesamt noch sechs Atomkraftwerke in Deutschland lieferten in diesem Jahr zwischen 12 und 14 % des Energiebedarfs. Die Hälfte dieser erzeugten Energie fällt mit dem heutigen Tag weg. Die drei restlichen Kraftwerke sollen dann im nächsten Jahr abgeschaltet werden. Die Folgen sind noch nicht absehbar. Einen so genannten “Blackout” schließen die meisten Experten aber aus.

Der Strom wird dann nämlich aus den europäschen Nachbarstaaten teuer zugekauft. Die heute abgeschalteten Atomkraftwerke lieferten die Energie von ungefähr 1.000 Windrädern, allerdings konstant, die Windräder stehen schließlich auch mal still. Mit erneuerbaren Energien will die Bundesregierung die fehlende Energie nach und nach ersetzen. Bis 2030 soll der Anteil dieser Energie bei 80 % liegen. Die Zielerreichung ist weiterhin mehr als fraglich.

Für den aktuellen Übergang erwarten Experten allerdings einen Anstieg der CO2-Ausstöße. Die fehlende Energie wird nun hauptsächlich durch die Verbrennung von fossilen Brennstoffen erzeugt. Eine Auswirkung, die den Grünen und Umweltschützern eigentlich ein Dorn im Auge sein müsste. Schließlich ist es ein ernanntes Ziel der Umweltpartei die CO2-Ausstöße so gering wie möglich zu halten.

Nun wird mehr Kohle verbrannt und die CO2-Ausstöße steigen, oder man kauft den Strom teuer aus dem europäischen Ausland. Sofern man den Strom z.B. aus Frankreich zukauft, erhält man irrsinnigerweise in der Regel Atomstrom. Scheinbar macht der Klimawandel beim Atomstrom dann doch an den Grenzen Halt, sonst könnte man diesen Irrsinn eigentlich niemandem mehr seriös vermitteln.

Daher wäre es eine Überlegung wert gewesen, dass die neue Ampelkoalition den Atomausstieg für eine kurze Zeit aufschiebt, bis die nötige Infrastruktur zur Kompensierung geschaffen ist. 2011 wurde beschlossen, dass die Atomkraftwerke noch weiter laufen sollen, nach der Flutkatastrophe in Fukushima wurde diese Entscheidung allerdings von der Merkel-Regierung zurück genommen. Jedoch nicht aus umweltfreundlichen Gründen, sondern aus wahltaktischen. Hätte man diese Entscheidung nicht getroffen, dann hätte man am Ende vielleicht keine Mehrheit mehr im Bundestag gehabt.

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