Gerade in Zeiten der Krise, haben wir immer wieder bemerken müssen, wie gefährlich es ist, von anderen Ländern abhängig zu sein. Sei es das Öl oder das Gas, welches sich nun durch den Russland Ukraine Konflikt an den steigenden Kosten und möglicher Ressourcenverknappung bemerkbar macht oder den ausländischen Lebensmitteln, wie Ölen oder Getreide, die in unseren Supermärkten immer knapper werden.

Doch obwohl diese Auswirkungen für jeden sichtbar sind, riskieren wir weitere Verlagerungen von landwirtschaftlichen Produkten ins Ausland.

Ein sehr eindeutiges Beispiel zeigt sich derzeit in der aktuellen Erdbeer-Saison. Einigen dürfte sicher aufgefallen sein, dass sich im Vergleich zu den Vorjahren die Preise für deutsche Erdbeeren dieses Jahr sehr rasant niedrigpreisig entwickelten. Und dies, obwohl die Kosten für die heimischen Bauern zur Bewirtschaftung ihrer Felder ordentlich gestiegen sind.

Das Problem liegt oftmals an den sehr günstigen Produkten aus dem Ausland. Um mit diesen mithalten zu können, müssen die Landwirte ihre Produkte zu Preisen mit sehr niedriger Marge anbieten. Zusätzlich zu diesem Problem ist auch die Nachfrage nach den frischen Produkten stark gesunken, was wiederum der Inflation zugeordnet werden kann: Die Menschen haben weniger Geld für Konsumgüter.

Diese beiden Ursachen schlagen sich auf die Existenz der deutschen Landwirtschaft nieder. Und bereits jetzt gibt es Bauern, für die es sich nicht mehr lohnt, ihre Erdbeeren zu ernten. Die Kosten für die Erntehelfer und die Bewirtschaftung liegen höher als die derzeitigen Einnahmen. Um weitere negative Geschäfte zu verhindern, zerstören Bauern ihre prallgefüllten Felder indem sie diese vernichten und andere Sorten wie Mais darauf anbauen. Ein betroffener Landwirt gegenüber dem WDR:

„Wenn wir Verbraucher weiterhin Erdbeeren aus Deutschland haben wollen, dann müssen wir dafür mehr Geld bezahlen – anders geht es nicht.“

Und genau hier liegt der Knackpunkt, denn insbesondere in Zeiten der noch nie dagewesenen Inflationsrate, können sich viele Kunden keine freiwillig hohen Preise leisten. Hier ist nun die Politik gefragt, sie muss die deutsche Landwirtschaft in den schwierigen Zeiten unterstützen. Es gibt verschiedene Ansätze dafür; von Einfuhrzinsen für ausländische Produkte, über eine direkte Unterstützung für die heimischen Bauern. Doch sicher ist, sie müssen etwas tun, wenn sie die Vielfalt der einheimischen Produkte erhalten wollen.

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