Der Herbst und Winter 2021 werden teuer. Die Inflation treibt die Preise in die Höhe. Vor allem bei den Energiepreisen und beim Tanken müssen die Deutschen immer tiefer in die Tasche greifen. Kein Wunder also, dass sich manche Bürger mittlerweile nach Alternativen umschauen.

Einen sehr einfachen, aber wirkungsvollen, Schalthebel haben die Bürger hier beim Tanken. Gerade in grenznahen Gebieten gibt es daher aktuell viele Autofahrer die im Ausland tanken. Besonders betroffen sind hierbei die bayrischen und sächsischen Grenzgebiete zu Österreich und Tschechien.

Zum Beispiel fahren viele in Passau über die Autobrücke über den Inn um dann in Österreich zu tanken. Die grenznahen Tankstellen auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland haben angesichts der Preise ein paar Kilometer weiter nahezu keine Chance am Markt. Wenn nicht bald Besserung eintritt sind hier Arbeitsplätze gefährdet. Einer der Gründe warum man ein paar Kilometer weiter den Sprit für bis zu 40 Cent je Liter billiger anbieten kann sind die deutlich niedrigeren Steuerbelastungen. Für die Tankstellenbetreiber auf österreichischer Seite natürlich ein Segen. Auf deutscher Seite ein Alptraum.

Ein ähnliches Bild bietet sich an den Grenzübergängen zu Tschechien. Auch hier gibt es Preisunterschiede von bis zu 40 Cent je Liter. Wer noch weiter in das Landesinnere fährt kann sogar noch mehr sparen. Doch hier gibt es nicht nur “Sprittourismus”.

Niedrige Lebenshaltungskosten

Allgemein sind die Preise in Tschechien günstiger. Die Lebenshaltungskosten sind knapp ein Drittel niedriger als in Deutschland. Diesen Umstand nutzen viele Grenzgänger natürlich aus und fahren nicht nur zum Tanken über die Grenze, sondern erledigen auch gleich noch ihren Wocheneinkauf dort. Die Folgen sind natürlich auch hier, dass grenznahe, einheimische Ladenbesitzer auf deutscher Seite starke Probleme haben. Gerade in den letzten Wochen verzeichnen viele tschechische Händler einen Anstieg deutscher Kunden im zweistelligen Prozentbereich, ein Ende ist nicht in Sicht.

In Deutschland gehen knapp 64 % des Spritpreises auf Steuern zurück. Durch kurzfristiges Eingreifen des Staates, indem er die Steuern um ein paar Prozentpunkte senkt, könnte man der aktuellen Entwicklung gegensteuern. Es macht aber den Anschein als ob es politisch gar nicht gewollt ist an der aktuellen Situation etwas zu ändern. Dass die Bundesbürger sich dann nach kostengünstigen Alternativen umschauen kann ihnen niemand verübeln.

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