Nur die kühnsten Optimisten hoffen angesichts des stümperhaften Vorgehens weiter Teile unserer Regierung noch darauf, dass der Staat durch seine Eingriffe das Leben seiner Bürger zum positiven beeinflusst. Auch der renommierte Ökonom Hans-Werner Sinn, langjähriger Präsident des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung in München, stellt der Bundesrepublik ein vernichtendes Zeugnis aus – und sieht dunkle Wolken am Himmel, des laut Bundespräsident Steinmeier besten Deutschlands was es jemals gab, aufziehen.

Hans-Werner Sinn gab dem Münchener Merkur gegenüber ein Interview, welches aufhorchen lässt.

Laut Sinn habe man sich in der Bundesrepublik zu abhängig von russischem Gas gemacht. So weit, so bekannt. Geschäftstüchtigkeit spricht Sinn der deutschen Wirtschaft indes nicht ab, spricht jedoch aus, was jedem Bürger bei näherem Hinsehen bereits aufgefallen sein dürfte: „Es fehlt an staatlicher Strukturpolitik.“

Fleiß, Pflichtbewusstsein, Arbeitswille und das nötige know-how lässt sich weder deutschen Arbeitnehmern noch Arbeitgebern absprechen, die wirtschaftlichen Eingriffe des Staates sind jedoch zum sprichwörtlichen Knüppel zwischen den Beinen der deutschen Wirtschaft geworden, die Schaffung der entsprechenden Infrastruktur wird staatlicherseits seit Jahren vernachlässigt, die Förderung von Bildung und Forschung ist lediglich noch ein Schatten vergangener Tage. Kurzum: Der Staat ist für seine Bürger mehr Fluch als Segen.

Angesichts der Energiekrise spricht sich Sinn außerdem für den weiteren Betrieb der verbliebenen Atomkraftwerke aus. Bekannterweise wurde unter der Merkel-Regierung nach der Havarie des Atomkraftwerkes in Fukushima aus der augenblicklichen öffentlichen Stimmung heraus in panischem Aktionismus eine überstürzte Energiewende eingeleitet, die Deutschland teuer zu stehen kommt und noch kommen wird. Die nach Maßgaben der EU grüne Atomkraft könne man in Deutschland nunmehr weiterhin als Energiequelle nutzen. Dies lehnen die Grünen und insbesondere Wirtschaftsminister Habeck weiterhin strikt ab. Stattdessen würden nun voraussichtlich die deutschen Kohlekraftwerke verstärkt genutzt – als verlässliche, jedoch CO2-verursachenden Energiequelle – ideologisch begründete Unvernunft. Die Grüne Energiewende bezeichnet Sinn wörtlich als „Scherbenhaufen“.

Doch auch ein Ausweg aus der Misere zeigt der Wirtschaftswissenschaftler auf:
Der Bund solle aufhören, Schulden zu machen und stattdessen langfristige Strukturpolitik betreiben. Außerdem setzt er auf eine bessere Bildung, eine andere Familienpolitik, um die Geburtenrate zu steigern und eine geschickte Steuerung der Nachfrage und somit auch des Angebots. Angesichts des komplett verschlafenen demographischen Wandels rät Sinn offenbar nicht zu einer Einwanderungsoffensive – diese erfolgt auch erfahrungsgemäß eher in das Sozialsystem als in den Arbeitsmarkt.

Optimistisch, dass seine Empfehlungen umgesetzt werden, scheint Sinn indes nicht zu sein. Seinen Rat an die Bürger können wir insofern komplett beipflichten, sodass wir diesen zitieren möchten:

„Sorgt selber für euch. Glaubt nicht daran, dass der Staat das schafft. Der Staat wird heillos überfordert sein mit den sozialpolitischen Aufgaben. Die sozialen Sicherungssysteme sind nicht in der Lage, die Entwicklung des Lebensstandards so fortzuführen, wie wir es gewohnt sind. Je früher das jeder erkennt, desto mehr wird er Vorsorge betreiben für die späteren Lebensjahre. Jungen Menschen kann man nur raten: Besinnt euch auf traditionelle Familienbilder, seht zu, dass ihr Kinder habt, damit ihr mit diesen Kindern alt werden könnt. Der Zusammenhalt in der Familie wird angesichts der Schwierigkeiten des Staates immer wichtiger werden.“

Das Interview in voller Länge: https://www.merkur.de/wirtschaft/krieg-russland-folgen-inflation-energie-prognose-ifo-oekonom-hans-werner-deutschland-wirtschaft-ukraine-91496278.html

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