Ab September 2021 wird der Deutsche Aktienindex (DAX) von 30 auf 40 Unternehmen erweitert. Im gleichen Zug wird der MDax von 60 Unternehmen auf 50 reduziert. Experten rechnen damit, dass Unternehmen aus dem MDax derzeit die größten Chancen haben in den DAX aufgenommen zu werden und damit aufzusteigen. Die Erweiterung geht einher damit, dass es neue Anforderungen und Regelungen für die im DAX vertretenen Unternehmen gibt.

Die Neuregelung ist hauptsächlich auf den Wirecard Skandal im vergangenen Jahr zurück zu führen. Das Unternehmen musste im Juni vergangenen Jahres Insolvenz anmelden, konnte aufgrund eines lückenhaften Regelwerks der Deutschen Börse aber noch bis August im deutschen Leitindex verbleiben. Wirecard hatte Luftbuchungen von 1,9 Milliarden Euro eingeräumt, der Ex-Vorstandschef Markus Braun kam in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft München geht davon aus, dass Scheingewinne bereits seit 2015 ausgewiesen wurden.

Ferner gibt es Neuregelungen welche Kriterien ein Unternehmen vorweisen muss um in den Leitindex aufgenommen zu werden. Hierzu gehört, dass das Unternehmen zwei Jahre hintereinander ein positives operatives Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen oder sonstigen Finanzierungsaufwendungen (EBITDA) vorweisen muss. Die Mitglieder des Leitindex müssen seit März testierte Geschäftsberichte und Quartalsmitteilungen veröffentlichen. Hier hatte Wirecard sich monatelang davor gedrückt seine Zahlen zu veröffentlichen, durfte aber trotzdem Mitglied des DAX bleiben.

Ebenfalls wird seit 2021 die Zusammenstellung des Index überprüft. Einmal im März einmal im September. MDax, SDax und TecDAX werden vier Mal im Jahr überprüft.

Ein Grund für diese straffe Neuregelung dürfte der Aufstieg von Delivery Hero sein. Die Firma selbst hat noch nie ein positives Ergebnis erwirtschaftet, sprich noch nie aus eigener Kraft Geld verdient. Der Aktienkurs ist aber in den letzten Monaten stark angestiegen, da die Aktie als moderner Trend gilt. Die Aktie ist damit im Vergleich zum normalen Geschäft stark überbewertet. Ihr KGV im Vorjahr lag bei 94.

Experten rechnen damit, dass bei den Unternehmen die neu in den DAX aufgenommen werden Kursgewinne möglich sind. Die Aufnahme wird den Unternehmen jede Menge positive Berichterstattung bringen, was viele Anleger auf den Plan rufen dürfte.

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