Seit Mitte Mai gilt die Impfpflicht im Pflegesektor. Während die Proteste gegen die Corona-Politik nach vorübergehendem Aussetzen einer allgemeinen Impfpflicht abflachen, vergessen viele, dass unser Pflegepersonal nach wie vor zur Impfung gezwungen werden soll. Doch neueste Zahlen zeigen, dass der Gesundheitssektor standhaft bleibt und sich nicht zwangsimpfen lässt.

Wer in Kliniken, Alten- und Pflegeheimen, oder anderen Einrichtungen des Gesundheitswesens arbeitet, muss seit Mitte Mai gegen das Corona-Virus geimpft sein. Ansonsten drohen Bußgelder und Betretungsverbote der Arbeitsstelle. Weit im Voraus machten Mitarbeiter des Gesundheitssektors mit Demonstrationen und kreativen Aktionen auf sich und ihre Lage aufmerksam. Die Proteste wurden immer größer. Doch mit vorerstigem Scheitern einer allgemeinen Impfpflicht, flachen die Proteste wieder enorm ab. Zurück bleibt die Teilimpfpflicht für den Gesundheitssektor.

Viele Menschen aus dem Pflegebereich kündigten immer wieder an, sich trotz kommender Teilimpfpflicht nicht zu einer Impfung zwingen zu lassen. Während manche fest entschlossen eine Arbeit ausserhalb des Gesundheitssektors suchten und teilweise mit Statements und ihren Kündigungsschreiben an die Öffentlichkeit traten, versuchen andere ihren Protest durch Verweigerung der Zwangsimpfung weiter zu tragen. Dies zeigt sich nun in ersten Umfragen zu diesem Thema.

Die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) haben in einer Umfrage die Gesundheitsämter der 20 größten deutschen Städte befragt, wie viele Verstöße gegen die Impfpflicht im Gesundheitssektor bisher gemeldet wurden. Dabei ergab sich, dass bisher allein in diesen 20 deutschen Städten 47.263 Verstöße gegen die Teilimpfpflicht gemeldet wurden.

Nicht einer dieser Verstöße wurde mit Strafen wie Bußgeldern oder Betretungsverboten für die Arbeitsplätze geahndet. Die Städte diskutieren aktuell jedoch eifrig, wie sie den Druck auf das Personal erhöhen können. Im Raum stehen weitere Fristen zum Erbringen eines Immunitätsnachweises, bis hin zu direkten Tätigkeits- und Betretungsverboten.

Das Personal im Gesundheitssektor leidet schon lange unter schlechten Arbeitsbedingungen und Unterbezahlung. Dass man sie nun derart unter Druck setzt, sich zwangsimpfen zu lassen, wird das Problem noch weiter verschlechtern. Gerade in Zeiten der Pandemie hat sich auch für den Letzten deutlich gezeigt, wie wichtig unser Pflegepersonal ist. Mit Blick auf den ohnehin schon länger anhaltenden Pflegermangel, sollte die Politik endlich anfangen, für bessere Arbeitsbedingungen und faire Löhne zu sorgen, anstatt die Menschen immer weiter zu drangsalieren.

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