Am heutigen Sonntag dürfen die Deutschen ihre Stimme in den Wahllokalen der Republik abgeben. 60,4 Millionen Bürgerinnen und Bürger sind in diesem Jahr wahlberechtigt. Die Wahl zum 20. Deutschen Bundestag wird bereits seit Wochen mit Spannung erwartet. Das Ergebnis dürfte so knapp ausfallen wie selten zuvor.

Besonders stark vertreten sind die Wähler über 50 Jahre, sie machen knapp 58 % der Wahlberechtigten aus. Mit gerade einmal 3,4 % sind die Wahlberechtigten in der Altersgruppe 18 – 20 vertreten. Sie stellen damit die mit Abstand kleinste Gruppe, auch wenn ihre Forderung nach einer effektiveren Klimapolitik eines der Hauptthemen im Wahlkampf gewesen ist.

Seit 08:00 Uhr haben die Wahllokale geöffnet. Das Ergebnis dürfte bei dieser Wahl knapp ausfallen, es sind mehrere Koalitionen möglich. Theoretisch sind bis zu 8 verschiedene Bündnisse denkbar. Hierbei kommt es auf die genaue Sitzverteilug im neuen Bundestag an und welche Partei in den Verhandlungen wie viele Kompromisse eingehen möchte. Ausschließlich mit der “Alternative für Deutschland” möchte keine der anderen Parteien in Koalitionsverhandlungen treten.

Die letzten Umfragen lassen einen starken Linksrutsch in der deutschen Politik vermuten. Rechnerisch wäre sogar ein Bündnis möglich in dem DIE LINKE an der Regierung beteiligt wäre, sofern diese heute den Sprung über die 5 % Hürde schafft.

Auf unserer Netzseite und den verschiedenen sozialen Netzwerken werden wir mit einem Liveticker die wichtigsten Daten zur Wahl laufend aktualisieren.

Update 14:10 Uhr:

Nach bisherigem Kenntnisstand zeichnet sich eine höhere Wahlbeteiligung ab als noch vor vier Jahren bei der letzten Bundestagswahl. Vor allem in den Großstädten liegt die Wahlbeteiligung höher. In München hatten bis 11:00 Uhr bereits 60 % der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben, in Würzburg sogar 63 %. Auch Städte wie Köln, Essen und Karlsruhe melden eine höhere Wahlbeteiligung.

Entscheidend könnten in diesem Jahr die Briefwähler werden, diese sind in der Wahlbeteiligung bereits eingerechnet. In manchen Großstädten haben mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten die Briefwahl beantragt. Als Grund hierfür wird die Corona Pandemie angegeben. Viele vermuten durch die vorhandenen Abstandsregeln lange Warteschlangen und Wartezeiten vor den Wahllokalen.

Mecklenburg-Vorpommern wählt neues Landesparlament (14:50 Uhr)

Neben der Bundestagswahl wird heute in Mecklenburg-Vorpommern auch ein neues Landesparlament gewählt. Haushoher Favorit ist hier die SPD mit Spitzenkandidatin Manuela Schwesig, die aktuell auch die amtierende Ministerpräsidentin ist. Bei der Wahl 2016 konnte die SPD bereits 40 % der Stimmen erreichen. In diesem Jahr gibt es bereits sogar Spekulationen ob eine Alleinregierung möglich wäre.

Grund hierfür ist das Vertrauen der Bürger in die Ministerpräsidentin, die während der Corona Pandemie ein souveränes Bild abgeliefert hat. Weitere Gründe sind die schlechten Umfragewerte der Union. Wie schon auf Bundesebene verlieren die Christdemokraten auch in Mecklenburg-Vorpommern an Zustimmung. Es könnte die Gefahr bestehen, dass sie ihre Stellung als Juniorpartner in der rot-schwarzen Regierung verlieren. Die Grünen und die FDP müssen aktuell noch um einen Einzug ins Parlament zittern. Es ist durchaus möglich, dass beide an der 5 % Hürde scheitern. AfD und DIE LINKE müssen sich, den letzten Umfragen zufolge, keine Gedanken um einen Wiedereinzug in das Landesparlament machen.

Berlin wählt Abgeordnetenhaus (15:50 Uhr)

Auch in Berlin wird heute mehrfach gewählt. Zusätzlich zur Bundestagswahl wählen die Berlinerinnen und Berliner heute ein neues Abgeordnetenhaus. Nach aktuellen Umfragen hat auch hier die SPD die Nase vorn. Der bisherige Bürgermeister Michael Müller kandidiert dieses Jahr für den Bundestag und tritt nicht mehr an.

Zusätzlich stimmen die Einwohner Berlins heute in einem Volksentscheid über die möglichen Enteignungen von Wohngesellschaften ab. Die Initiative “Deutsche Wohnen & Co enteignen” hatte Unterschriften gesammelt um einen Volksentscheid zu erzwingen. Ein Viertel aller Wahlberechtigten muss dem Begehren zustimmen und es muss mehr Ja als Nein Stimmen geben, dann muss sich das Abgeordnetenhaus mit der Frage beschäftigen. Rechtlich halten viele Experten das Begehren für nicht durchsetzbar.

Chaos in Berlin – zu wenig Stimmzettel vorhanden (16:25 Uhr)

In Berlin fehlen zum Teil Wahlzettel oder es sind die falschen Wahlzettel im Wahlbüro ausgelegt. Manche Wahllokale mussten zwischenzeitlich schließen, da sie keine Wahlzettel mehr vorrätig hatten. Zudem wurden in manche Wahllokale die Wahlzettel anderer Lokale geliefert. Der gleichzeitig stattfindende Berlin Marathon erschwerte es die Fehler logistisch schnell zu beheben. Betroffen waren Stimmzettel aus den Bezirken Friedrichshain/Kreuzberg und Charlottenburg/Wilmersdorf.

Knapp jeder dritte Einwohner Berlins hat heute kein Stimmrecht da diese nicht die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen.

Erste Prognosen Bundestagswahl (18:00 Uhr)

Die ersten Prognosen um 18:00 Uhr ergeben folgendes Bild:

  • CDU: 24 %
  • SPD: 26 %
  • AfD: 10 %
  • Grüne: 14,5 %
  • FDP: 12 %
  • DIE LINKE: 5 %
  • Sonstige: 8,5 %

Prognose für Mecklenburg-Vorpommern (18:00 Uhr)

  • SPD: 39 %
  • CDU: 14 %
  • Grüne: 6,5 %
  • Linke: 10 %
  • FDP: 7,5 %
  • AfD: 17 %
  • Sonstige: 7,5 %

Union ganz klarer Wahlverlierer

Im Januar 2021 übernahm Armin Laschet die Union. Damals stand sie bei knapp 36 %. Nach aktuellen Prognosen verliert sie damit knapp 10 % ihrer Wähler an andere Parteien. Was der Abend noch bringen wird werden die ersten Hochrechnungen zeigen. Nach den derzeitigen Prognosen wäre sogar eine Weiterführung der großen Koalition möglich. Unter wessen Führung ist aktuell noch komplett offen.

Erste Hochrechnung zur Bundestagswahl (18:44 Uhr )

  • SPD: 25,8 %
  • CDU: 24,2 %
  • Grüne: 14,7 %
  • Linke: 5,0 %
  • FDP: 11,8 %
  • AfD: 10,1 %

Quelle: ZDF

Auch die erste Hochrechnung lässt kein klares Bild erscheinen wie diese Wahl ausgehen wird. Die erste Hochrechnung der ARD sieht die Union und die SPD sogar noch näher beieinander. DIE LINKE muss bis zur letzten Sekunde dieses Wahlabends zittern ob sie wieder als Fraktion in den Bundestag einziehen wird. AfD und FDP teilen sich aktuell das Mittelfeld.

AfD in Thüringen stärkste Kraft – DIE LINKE bangt weiter um Einzug (20:00 Uhr)

Nachdem knapp die Hälfte der Stimmen ausgezählt ist zeichnet sich das Bild ab, dass die AfD in Thüringen als stärkste Kraft bei der Bundestagswahl abschneidet. Derzeit erreicht sie knapp 27 Prozent, gefolgt von der SPD mit 22 Prozent. DIE LINKE erreicht gerade einmal 10 Prozent und wird für ihr Verhalten bei den letzten Thüringen Wahlen abgestraft.

Auf Bundesebene muss die SED Nachfolgepartei weiterhin zittern. Auch in den letzten Hochrechnungen von ARD und ZDF steht die Partei unverändert bei genau 5,0 % der Stimmen. Der Einzug in den Reichstag ist damit weiterhin fraglich.

Manuela Schwesig (SPD) gewinnt Wahl in Mecklenburg-Vorpommern

Die SPD mit Spitzenkandidatin Manuela Schwesig gewinnt die Wahl in Mecklenburg-Vorpommern. Laut Hochrechnung der ARD um 19:56 Uhr kommt die Partei auf 38.3 %. Schwesig ist nun in der Ausgangsposition sich ihre Koalitionspartner frei aussuchen zu können. Eine Fortführung der rot-schwarzen Regierung ist denkbar, genau so wie ein Bündnis aus SPD, FDP und Grünen. Die so genannte “Ampelkoalition” ist auch ein mögliches Bündnis, das in den nächsten Tagen auf Bundesebene heiß diskutiert werden dürfte.

AfD auch in Dresden aktuell stärkste Kraft (20:30 Uhr)

Nach Thüringen kommt nun auch die Meldung, dass die Alternative für Deutschland auch in Dresden zur stärksten Kraft gewählt wurde. Es zeichnet sich weiter das Bild ab, dass diese Republik stellenweise zwischen Ost und West erheblich gespalten ist.

Hans-Georg Maaßen verpasst vermutlich Einzug in den Bundestag

Der umstrittene Unionskandidat Hans-Georg Maaßen verpasst mit großer Wahrscheinlichkeit den Einzug in den Bundestag. Maaßen liegt in seinem Wahlkreis aktuell nur auf Platz drei hinter den Kandidaten von AfD und SPD. Der ehemalige Chef des Bundesamtes für Verfassungsschutz fiel in den letzten Wochen immer wieder mit umstrittenen Aussagen auf und sorgte für Diskussionen sowohl in seiner eigenen Partei als auch in öffentlichen Debatten um seine Person.

Hochrechnung (21:47 Uhr)

Mit einer letzten Hochrechnung beenden wir den heutigen Liveticker auf unserer Seite. Diese Bundestagswahl wird noch lange für Gespächsstoff sorgen in den kommenden Wochen und Monaten. Selten gab es ein so knappes Rennen um das Kanzleramt. Nun werden mit Spannung die Sondierungsgespräche der Parteien erwartet. Eine ausführliche Wahlanalyse folgt in den nächsten Tagen.

  • SPD: 25,7 %
  • CDU: 24,5 %
  • Grüne: 14,3 %
  • Linke: 5,0 %
  • FDP: 11,5 %
  • AfD: 10,5 %
  • Sonstige: 8,5 %

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