Bitcoins haben sich an der Börse als hochspekulatives Gut erwiesen. Auch bei Kriminellen ist die Kryptowährung beliebt, um Geschäfte abzuwickeln. Eingezogene Bitcoins finden nun den Weg zurück in den Markt.

Kryptowährungen, wie beispielsweise Bitcoin, werden zunehmend dazu benutzt, damit Kriminelle in scheinbarer Anonymität des Internets, ihre Geschäfte abwickeln können. Was zu Beginn der Währung noch relativ gut funktionierte, ist mittlerweile bei den Behörden Alltag geworden.

Im Oktober versteigerte das Justizministerium von NRW einen beschlagnahmten Bitcoin. Die Versteigerung ergab damals 56.090 Euro. Damit lag der Versteigerungswert 2.500 Euro über dem damaligen Marktwert der Währung. Die Versteigerung dauerte knapp zwei Tage. Der Marktwert der Kryptowährung kann in solch einem Zeitraum auch mal gerne einen zweistelligen Prozentsatz nach oben oder unten machen. Daher waren die Nerven der Mitbietenden ein wenig angespannt. Am Ende wurden 2.500 Euro drauf gelegt, was aber wenige Tage später bereits wieder eingeholt war.

Die Generalstaatsanwaltschaft von Frankfurt hat es seit 2019 bereits mit größeren Summen zu tun. In den knapp zwei Jahren wurden Bitcoins im Wert von knapp 100 Millionen Euro beschlagnahmt. Deutlich zu viel, um sie bei einer Versteigerung zu veräußern.

Darum schloss die Generalstaatsanwaltschaft einen Rahmenvertrag mit dem Bankhaus Scheich. Dieses soll die Bitcoins nun wieder regulär in Umlauf bringen und sie dem Markt zugänglich machen. Es handelt sich insgesamt um 2000 Bitcoins. Wer diese auf einmal in den Markt wirft, der wird den Kurs deutlich beeinflussen. 2000 Bitcoins entsprechen ungefähr 0,01 Prozent aller sich im Umlauf befindenden Bitcoins.

Darum wurden die Bitcoins nach und nach wieder in Umlauf gebracht und “sauber gewaschen”, schließlich wurden sie wegen illegaler Geschäfte vom Markt genommen.

Auch die Währung Monero wurde von der Bank wieder veräußert. Hier handelt es sich faktisch um eine Währung, die fast ausschließlich nur noch von Kriminellen genutzt wird. Die Abläufe sind extrem schwer nachzuvollziehen. Erst wenn die Besitzer sich den Gegenwert der Coins in echtem Geld auszahlen lassen möchten, kann die Staatsmacht zuschlagen. Vorher kommen so gut wie nie Klarnamen ans Licht.

Der Vertrag ist für das Bankhaus Scheich übrigens nicht nur aus moralischen Gründen attraktiv. Wie bei allen anderen Handelsumsätzen verdient das Bankhaus auch bei diesem Geschäft selbstverständlich mit. Bei einem Euro Gegenwert von knapp 100 Millionen dürfte für das Bankhaus auch ein ordentlicher Batzen Geld hängen bleiben.

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