Noch vor einiger Zeit war der Begriff des Bienensterbens in aller Munde. Städte- und Hobbyimkerei liegen mittlerweile im Trend und somit hat sich die Honigbiene von ihren schlechten Jahren erholt. Damals noch waren einige Bienenvölker aufgrund von Krankheiten und Futtermangel elendig verendet. Doch mit der Verbesserung auf Seiten der Honigbienen, erfolgt nun ein bedrohlicher Kampf um die Existenz der Wildbienen.

Derzeit gibt es knapp 600 Arten an Wildbienen. Die meistens davon haben sich an ganz spezielle Wildpflanzenarten angepasst, was ihnen in der heutigen Zeit zunehmend zum Verhängnis wird. Da die meisten Bauern heute Monokulturen anbauen und die Gärten der meisten Menschen aus schönen Steinmischungen bestehen, findet die Wildbiene weder Nahrung, noch Unterschlupf in altem Gehölz.

Da sie meist solitär lebt, also als Einzelgänger und oft nur einen Flugradius von etwa 100 Metern aufweist, benötigen Wildbienen beständige Nahrung in einem kleinen Gebiet. Oft fehlt es hierbei jedoch an der Pflanzenvielfalt in den Gärten und erstrecht auf den Feldern. Hinzu kommen der Einsatz von Pestiziden und der Rückgang von Wild- und Kulturpflanzen im Allgemeinen.

Doch warum ist die Existenz der Wildbienen so wichtig. Kann nicht die gezüchtete Honigbiene deren Einsatz leisten?

Die Antwort ist ein klares Nein. Dies hat verschiedene Gründe, welche im Nachfolgenden aufgeführt werden:

  • In den kalten Jahreszeiten, insbesondere in den kalten Frühjahrsmonaten, kann die Honigbiene keinen richtigen Einsatz leisten. Während die Wildbiene auch bei Nulltemperatur fliegt (durch schnelles Zittern der Flügel hält sie ihre 30 Grad Körpertemperatur konstant) so ist die Honigbiene erst ab 12 Grad einsatzfähig. Die Bestäubung der frühen Obstsorten erfolgt somit also nicht durch die Honigbienen, wodurch die Wildbiene für Apfelbäume, Aprikosen- und Birnenanbau eine äußerst wichtige Rolle einnimmt.
  • Außerdem können Honigbienen einige Blütenarten nicht anfliegen, da sie zu kurze Rüssel aufweisen. Vor allem bei Blüten mit kompliziertem Aufbau zeigt sich dieses Problem. Dies ist ebenfalls die Aufgabe von Wildbienen.
  • Bei vielen Nachtschattengewächsen können Honigbienen keine Pollen rausschütten, da sie hierfür nicht die nötige Masse besitzen.
  • Bei der Honigbiene gibt es Pollen- und Nektarsammler. Nektarsammler meiden den Kontakt zum Blütenstaub und befruchten somit keine Blüten.

Dies alles sind Gründe, weshalb der Schutz der Wildbienen unerlässlich ist. Jedoch nehmen die Honigbienen derzeit überhand und existieren in vergleichsweiser überproportionaler Größe. Da jedoch niemand einen direkten Gewinn durch Wildbienen generieren kann, gibt es hierfür vergleichsweise wenig Förderung. Diesem Phänomen sollte man schnellstmöglich entgegen treten und jeder Einzelne kann hierfür etwas in seinem Garten, auf seinem Balkon oder seinem Fensterbrett tun.

Helft auch ihr mit und gebt den Wildbienen wieder einen Lebensraum zurück.

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