Die Landtagswahlen im Saarland sind vorbei. Nach dem amtlichen Endergebnis um 21:16 Uhr gestern Abend, steht die SPD als großer Sieger dieser Wahlen fest. Alle anderen Parteien müssen sich zu Recht als Verlierer ansehen. Der künftige Landtag besteht nur noch aus drei Fraktionen.

Mit 43,5 % der Stimmen holt die SPD im Saarland, unter der Führung von Anke Rehlinger, die absolute Mehrheit im zukünftigen Parlament. Damit kann sie um sagenhafte 13,9 Punkte im Vergleich zur letzten Wahl zulegen. Ob die Wähler sie wegen ihres politischen Verstandes gewählt haben, oder aufgrund der desaströsen Zustände in den anderen Parteien, bleibt offen.

Die CDU, zuvor 22 Jahre im Saarland in Regierungsverantwortung, beschreitet ihren Niedergang weiter. Die Union kommt nur noch auf 28,5 % der Wählerstimmen und verliert damit 12,2 Prozent im Vergleich zu 2017. Damit verlieren sie einen weiteren Ministerplatz. Umfragen sahen zuerst ein Kopf an Kopf Rennen. Je näher die Wahl allerdings rückte, umso klarer wurde die sich abzeichnende Klatsche für die CDU.

Die Gründe dürften vielfältig sein, jedoch sollte man die Hauptschuld nicht nur in den regionalen Strukturen vor Ort suchen, sondern vor allem auf der Bundesebene. Die CDU gibt aktuell ein jämmerliches Bild als Oppositionspartei ab. Es werden Forderungen aufgestellt, die man in Regierungsverantwortung selbst niemals durchgesetzt hätte. Nun werden sie von der Ampelregierung aber gefordert. In Person geben vor allem Jens Spahn und Markus Söder öffentlich der neuen Regierung die Schuld dafür, was alles in Deutschland schlecht läuft. Dabei war es die Union, welche 16 Jahre lang unter Merkel das Land maßgeblich heruntergewirtschaftet hat. Die Wähler im Saarland haben diese Umstände auf dem Wahlzettel berücksichtigt.

Nur die AfD zieht noch in den Landtag ein

Mit 5,7 Prozent ist die AfD die einzige Partei, die neben CDU und SPD noch in den Landtag einzieht. Nach den Querelen um die zurückgezogene Landesliste und die dadurch schwierigen Bedingungen ist das Ergebnis fast als Erfolg zu werten, auch wenn man im Vergleich zur Wahl im Jahr 2017 leicht verloren hat.

FDP und Grüne bleiben weiterhin aus dem Landtag draußen und schaffen keinen Einzug. Der FDP fehlen am Ende knapp 1.000 Stimmen um einzuziehen, sie erreichte 4,8 %.

Knapper noch ist das Ergebnis der Grünen. Der Partei fehlen lediglich 23 Stimmen für den Einzug. 4,99502 % dürfte sowohl die Saarland Grünen als auch die Funktionäre auf Bundesebene gewaltig ärgern. Grüne Politik ist im Saarland scheinbar noch nicht angekommen.

Als größter Verlierer neben der CDU bei diesen Wahlen, ist DIE LINKE zu werten. Die Partei legte bereits bei den Bundestagswahlen im letzten Jahr ein schlechtes Ergebnis ab. Seit Monaten gibt es in der Partei einen Richtungsstreit zwischen den verschiedenen Lagern. Dort wo innerlich keine Einheit besteht, kann in der Politik nach außen kein geschlossenes Bild abgegeben werden. Das macht sich in diesem Ergebnis sichtbar. Mit einem Minus von 10,3 % fliegt die größte Oppositionspartei von 2017 aus dem Landtag. Insgesamt stimmten nur 2,6 % für die Partei ab.

Ein Blick unter die “Sonstigen” lässt erahnen, wie zerspalten die linke politische Landschaft in Deutschland ist. Es finden sich dort relativ viele Splitterparteien, die nun alle im 0,X Prozent Bereich liegen. DIE LINKE als Sammelpartei verschiedener Neokommunistischer und Neomarxistischer Strömungen hat ihren Rang in Deutschland schon länger verloren.

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