Die Anzahl von Asylanträgen in Deutschland hat in diesem Jahr wieder zugenommen. Während die Zahlen in den letzten Jahren rückläufig waren, ist jetzt wieder eine Trendwende zu erkennen.

2015 waren die Zahlen auf ihrem Höchststand. Von 2016 bis 2020 nahmen die Zahlen dann immer weiter ab. Gerade im letzten Jahr gab es einen erheblichen Einbruch durch die geschlossenen Grenzen, den eingestellten Flugverkehr und die Corona Maßnahmen im Allgemeinen.

Nun kommt es im Jahr 2021 wohl zu einer Trendwende. Bis Ende September registrierte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) 131.732 offizielle Asylanträge. 100.278 von ihren waren Erstanträge. Insgesamt nahmen die Asylanträge um knapp 52,9 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu.

Viele Antragsteller kommen aus Afghanistan

Besonders viele Anträge wurden von Afghanen gestellt. Hier gab es ein Plus von 138 Prozent. Der Anstieg ist auf die unsichere Lage in Afghanistan zurück zu führen. Im August übernahmen die Taliban die Herrschaft über das Land, nachdem es knapp 20 Jahre von internationalen Hilfstruppen besetzt war. Syrer und Iraker sind ebenfalls stark vertreten unter den Antragstellern.

Durch die instabile Lage im Land warten hunderttausende Flüchtlinge in den umgrenzenden Ländern rund um Afghanistan. Auch ihr Ziel könnte Europa sein. In der ganzen EU ist aktuell ein Anstieg der Flüchtlingszahlen zu beobachten. Allein im August wurden 40 Prozent mehr Anträge im EU Raum gestellt als im Vorjahresmonat. 56.000 Flüchtlinge wurden hierbei registriert. Die Zahlen für den September dürften laut aktuellen Prognosen ähnlich ausfallen.

Es könnte möglich sein, dass sich Europa auf eine Situation ähnlich wie im Jahr 2015 einstellen muss. Etliche Städte und Gemeinden sind bereits dabei neue Unterkünfte zu suchen oder zu errichten um einem erneuten Anstieg der Zahlen Herr werden zu können.

Die Ampelkoalition aus SPD, FDP und Grünen hat mittlerweile in ihrem Sondierungspapier niedergeschrieben, dass man den Familiennachzug erleichtern muss. Ob das der mehrheitliche Wille der Bevölkerung ist, bleibt fraglich.

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