Der Bundessprecher der Alternative für Deutschland (AfD), Jörg Meuthen, tritt beim kommenden Bundesparteitag nicht noch einmal für sein Amt an. Dies hatte Meuthen heute in einem Rundbrief an die Parteimitglieder und in einem wortgleichen Post bei Facebook bekannt gegeben.

Meuthen ist innerhalb der Partei eine umstrittene Person und sorgte mit seinen Aussagen immer wieder für Diskussionen innerhalb, aber vor allem auch außerhalb der Partei. Regelmäßig ging er seine Parteikollegen öffentlich über die sozialen Netzwerke oder die Medien an. Immer wieder versuchte er damit, die Partei von angeblich zu radikalen Kräften abzugrenzen bzw. auch zu säubern.

Jörg Meuthen gehörte in der AfD zu den gemäßigteren Mitgliedern und Führungsfiguren und vertrat eher die wirtschafts-liberale Ansicht der Partei. Die konservativen und patriotischen Kräfte behielt er immer genau im Auge und achtete auf jedes einzelne Wort der Mitglieder. Wer “zu rechts” argumentierte drohte aus der Partei ausgeschlossen zu werden. Besonders die Mitglieder des so genannten “Flügel” hatte er unter Beobachtung.

Das Bundestagsergebnis sah Meuthen als eine Entttäuschung an, während sich zum Beispiel Alice Weidel darüber freute, dass die AfD in manchen Regionen der Bundesrepublik eine nicht mehr wegzudenkende Kraft darstellt. Die Partei hatte mit knapp 1,3 % weniger Wählerstimmen abgeschlossen als bei den Wahlen 2017.

Mit dem Wegfall der Personalie Meuthen dürfte die AfD nun vor der Entscheidung stehen, ob man in Zukunft ein einheitliches Bild nach außen abgeben will und ihr Profil in Richtung rechts-konservativ bzw. patriotisch schärfen will oder ob wieder ein Mitglied mit ähnlichen Ansichten wie Meuthen in den Vorstand gewählt wird. Dem Wahlergebnis hat der andauernde öffentliche Streit um die politische Richtung jedenfalls nicht gut getan.

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