Das Wahljahr 2021 brachte den Parteien eine Rekordsumme an Spenden ein. Besonders eine Partei konnte deutlich profitieren. Großspenden werden immer wieder kritisch beobachtet, da man unterstellen könnte, dass sich politische Entscheidungen nach entsprechenden Großspendern richten.

Im Jahr 2020 bekamen die Parteien 2,2 Millionen Euro an Großspenden. Als Großspende gelten Spenden, die mehr als 50.000 Euro betragen. Ab dieser Höhe müssen die Spender auf der Seite des Bundestages veröffentlicht werden. Es ist dabei unerheblich ob es sich um natürliche oder juristische Personen als Spender handelt.

Da im vergangenen Jahr Bundestagswahlen waren, war die Spendenfreudigkeit wie gewohnt etwas höher. Gerade in Wahlkämpfen benötigen Parteien Unmengen an Geldern, die sie in Wahlplakate, Flugblätter, Infostände, aber auch in Personal und Fahrtkosten investieren. Doch so hoch wie 2021 waren die Großspenden noch nie. 2017 lagen die Großspenden noch bei knapp 5,5 Millionen Euro, auch in diesem Jahr fand eine Bundestagswahl statt.

Im abgelaufenen Jahr 2021 konnten sich die Parteien über insgesamt 12,4 Millionen Euro an Großspenden freuen. Die meisten davon strich, mit 4,43 Millionen, die FDP ein. Gefolgt von den Grünen mit 3,44 Millionen und der CDU mit 3,39 Millionen. Sogar die sektenartige kommunistische MLPD hat eine Großspende aufzuweisen. Gänzlich leer geht nur die AfD aus. Sie bekam keine einzige Großspende.

Parteien stehen immer wieder im Verdacht käuflich zu sein

Zu Beginn des letztjährigen Bundestagswahlkampfes machten sich nur wenige Experten Hoffnungen, dass die SPD ein weiteres Mal in Regierungsverantwortung kommen würde. Nun stellt sie sogar den Kanzler. Augrund der relativ schlechten Ausgangsposition liegt die Vermutung nahe, dass die Partei aufgrund dessen wenig Großspenden erhalten habe, nämlich nur 225.001 Euro. Viele sahen die Partei bereits in der Rolle der Opposition, nicht einmal dort sollte sie stärkste Kraft werden. Doch durch mehrere Patzer des Unionskanzlerkandidaten Armin Laschet gab es eine enorme Aufholjagd während des Wahlkampfes.

Der bekannteste Vorfall einer Spendenaffäre betraf 2009 allerdings die FDP. Diese wurde von August Baron von Fink mit insgesamt 1,1 Millionen Euro unterstützt. Von Finks Familie ist Miteigentümer von Mövenpick. Seine Familie betreibt aber zusätzlich auch noch 14 Hotels im gesamten Bundesgebiet. Die FDP war später bei den Koalitionsverhandlungen treibende Kraft, um den Mehrwertsteuersatz für Hotelübernachtungen von 19 auf 7 Prozent zu senken. Der Vorfall brachte der Partei den Spitznamen “Mövenpick Partei” ein.

Sämtliche Zusammenhänge zwischen der Spende und der politischen Entscheidung wurden von der Partei bestritten.

Wie bereits erwähnt, ist die FDP nun wieder der größte Nutznießer von Großspenden. Auf der Internetseite des Bundestages kann man sich die Großspenden ansehen. Sämtliche politische Entscheidungen können somit auf den Prüfstand gestellt werden.

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